Veränderungen…

Zukunft
Manchmal geht’s ganz schnell. Du planst Deinen Weg und richtest Dich mit Deinen Plänen ein. Dann schaust Du durch Dein Lebensfernrohr und siehst, dass manche Wegkreuzungen schneller auf Dich zukommen, als gedacht.

Dass ich einmal vor der Entscheidung stehen werde, ob ich mich als BDKJ-Präses und Diözesanjugendseelsorger zur Wahl stellen werde, war mir schon länger klar. Die Entscheidung darüber, ob ich das auch wirklich will und es mir zutraue, habe ich aber noch ein gutes Stück in die Zukunft geschoben. Nach dem Motto „Es ist ja noch Zeit“.

Tja, es ging doch schneller, als gedacht: In den letzten Monaten kam die Entscheidung rasend schnell auf mich zu. Ich habe mich entschieden: Ja, ich will das. Ich bin neugierig und ich freue mich auf diesen Weg. Ich freue mich darauf, mich in unserem Bistum für junge Menschen einsetzen zu können. Das ist mir ein Herzensanliegen. Wie oft finden gerade junge Menschen keinen passenden Platz in der Kirche? Wie oft geht Seelsorge an ihnen vorbei? Da sind so viele Chancen! Da sind so viele Herausforderungen! Und da ist Jesus Christus, der jungen Menschen mehr zutraut, als wir es uns manchmal vorstellen können…

Im Bistum Speyer ist die Stelle des BDKJ-Präses mit der Stelle des Diözesanjugendseelsorgers gekoppelt. Die Jugendlichen aus den Verbänden wählen ihren Präses. So haben sie die Chance, mir zu sagen, ob sie sich vorstellen können, dass ich eine Zeit lang ihren Weg begleite. Der Bischof ernennt dann nach der Wahl den BDKJ-Präses zum Diözesanjugendseelsorger. Am Wichtigsten für meine Entscheidung ist mir dabei das Votum der Jugendlichen. Viele von ihnen haben mir schon zurückgemeldet, dass sie mir diese Aufgabe zutrauen. Das stärkt und macht Mut.

Am 30. November ist die BDKJ-Diözesanversammlung – und die Wahl. Ein wenig nervös bin ich schon – weil ich weiß, dass die Jugendlichen hohe Erwartungen haben und sehr kritisch sind. Das ist gut so! Ich hoffe auf einen klaren und offenen Austausch. Denn nur so weiß ich, was auf mich zukommt. Nur so wissen die Jugendlichen, wen sie da wählen. Und nur so wird klar, dass ich keine Kopie von Andreas, unserem aktuellen Jugendpräses, sein kann. Von ihm habe ich viel gelernt (und bin froh, dass er mir angeboten hat, mir weiterhin Tipps zu geben, wenn ich sie brauche). Aber ich bringe eigene Schuhe mit, in denen ich gehe. Seine würden mir auch gar nicht passen 😉

Eins wird mir in den letzten Wochen zunehmend bewusst: Im Fall einer erfolgreichen Wahl schenken mir die Jugendlichen einen großen Vertrauensvorschuss – und sie legen eine ebenso große Verantwortung in meine Hände. Allein kann ich das unmöglich schaffen. Gut, dass es ein Team gibt und viele Mitarbeiter und junge Menschen, die mitdenken, mitgehen und mitreden.

Was mich noch stärkt, sind die Erfahrungen, die ich bisher in meiner Arbeit mit jungen Menschen (besonders auch vor ein paar Wochen in Taizé) machen durfte: Dass Gott mich als Werkzeug gebraucht und mir unter die Arme greift, wenn ich selbst spüre, dass ich an meine Grenzen komme.

Ich freue mich und bin gespannt, wie’s weitergeht.

Wem das noch nicht zuviel Text war: Hier findet Ihr meine Vorstellung zur Wahl. 😉

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2 comments

  1. Ich erwarte weißen Rauch im Blog!

  2. Ich wünsche viel Erfolg bei der Wahl…
    Die Arbeit mit Jugendlichen ist nicht immer leicht und nicht jedermanns Sache. Wer aber dazu Talent hat, sich dazu berufen fühlt und auch die jungen Menschen erreicht, der kann da sehr wertvolle Arbeit leisten!

    Bei der Lektüre der beiden Texte bin ich auf einen ganz wichtigen und zentralen Abschnitt gestossen:

    >>Ein paar eigene „Baustellen“ bringe ich aber auch mit. Zum Beispiel den Bereich „Junge Erwachsene“: Wenn sich junge Menschen in die Ausbildung oder ins Studium verabschieden, gehen sie uns oft verloren.
    Schade: Denn in den jungen Erwachsenen steckt so viel Potential. Leider finden sie oft keinen Ort in der Kirche, wo sie sich „zuhause“ fühlen.<<

    Das ist auch aus meiner Sicht DIE zentrale Frage der Zeit. Junge Erwachsene gelten mehr noch als Jugendliche als unbequem. Sie sind kritisch und stellen zuweillen unangenehme Fragen, die sich auch nicht so ohne weiteres mit dem Hinweis auf ihr noch junges Alter zurück weisen lassen . Sie zwingen einen, Position zu beziehen und sauber und gleichzeitig authentisch zu argumentieren.
    Diesen Acker zu bestellen, ist anstrengend und manchmal auch sehr unangenehm und ermüdend. Er verspricht aber reiche Ernte!

    Leider ist es so, dass in manchen Religionsgemeinschaften – ich spreche hier bewusst nicht von einer bestimmten Religion – Geistliche Jugendliche und junge Erwachsene überhaupt nicht mehr erreichen. Sie sprechen die Sprache der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht, sie verstehen sie aus meiner Sicht auch nicht. Das ist das Problem.
    Unter solchen Rahmenbedingungen wenden sich die jungen Menschen entweder ab – oder gehen politischen Rattenfängern auf den Leim, die die Religion für eigene sehr zweifelhafte politische Zwecke in Form von menschenverachtenden totalitären Ideologien missbrauchen und vermeintlich "Einfache Lösungen" versprechen. Diese "Einfachen Lösungen" funktionieren aber auf Dauer nicht und sind zum Scheitern verurteilt.

    Lieber Carsten, Du weisst wo der Schuh drückt! Du erreichst die jungen Menschen! Deshalb: Ran an den Speck! Die Zeiten sind schwierig – und gerade jetzt gibt es viel zu tun!

Dein Senf...