Moralporno

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Es ist mal wieder soweit.

Die selbsternannten Glaubenshüter & Moralwächter haben einen neuen Feind gefunden. Die KjG. Die ist böse. Ganz ganz böse. Die ist nicht mehr katholisch. Die muss abgeschafft werden.

Worum geht’s? Der Stein des Anstosses:

Die KjG (Katholische junge Gemeinde), hat anlässlich der Europawahl eine jugendpolitische Aktion namens „YOUrope“ ins Leben gerufen – mit dem Anliegen, junge Christen zur kritischen Auseinandersetzung mit Europapolitik, Jugendrechten etc. einzuladen.

In den dazugehörigen Arbeitsmaterialien werden auch 13 Jugendrechte aufgeführt, die im europäischen Jugendforum formuliert wurden. Unter anderem geht es dabei um ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung.

Hier gäbe es aus theologischer Sicht natürlich jede Menge anzumerken und wohl auch zu hinterfragen (und im Übrigen auch zu bejahen); die KjG hat sich jedoch auf’s Zitieren dieser Rechte beschränkt. Das kann man nun gut oder schlecht finden. Darüber kann man auch streiten.

Feuer frei!

Für die selbsternannten Glaubenshüter war es auf jeden Fall der willkommene Anlass, der KjG (stellvertretend für alle im BDKJ vertretenen Jugendverbände) mal gehörig ans Bein zu treten. Auf den einschlägigen Internetseiten und in den sozialen Netzwerken wurden Forderung nach Abschaffung laut – oder wenigstens nach Entzug der finanziellen Unterstützung durch Kirchensteuermittel. Die KjG ist schließlich nicht mehr katholisch…

Durch den heftigen Wind sah sich die Bischofskonferenz gezwungen zu reagieren und bat die KjG die missverständlichen Passagen aus YOUrope zu entfernen, was schließlich auch geschah – nicht ohne eine ausführliche Stellungnahme.

Für die Moralwächter war (und ist) das jedoch lange nicht genug. Also machte man sich auf die Suche, um der KjG weiteres Fehlverhalten anzuhängen und sie zu torpedieren. Die Geschichte geht weiter… (Auf Links zu den einschlägigen Hetzseiten verzichte ich hier.)

Sichere Orte…

Sicher – man kann über solche Arbeitshilfen streiten. Man muss nicht jede Meinung teilen. Und ja, Jugendverbände schießen auch mal über’s Ziel hinaus. Hey – es sind Jugendverbände. Und junge Menschen ticken nun mal heftig. Sie sind nicht immer brav und auf Linie. Müssen sie auch nicht. Sie dürfen ihre Meinung haben und sie vertreten. Und solange wir (wir als Kirche) die jungen Leute ernst nehmen, sind sie auch bereit, uns ernstzunehmen. Solange haben wir eine Chance, auch unsere Message rüberzubringen.

Dazu braucht es sichere Orte, an denen die Jugendlichen sich mit der Welt und auch mit der Kirche auseinandersetzen und reiben können – um zu wachsen. Um schließlich auch im Glauben zu wachsen und mündige Christen zu werden. Jugendverbände sind solche Orte. Die KjG ist solch ein Ort. Kein perfekter Ort – denn perfekte Orte gibt es nur im Himmel.

Was mich anwidert: Der Moralporno!

Die perfide Akribie, mit der die selbsternannten Glaubenshüter und Moralwächter auf die Suche nach Verfehlungen und Häresien gehen. Sie rücken die KjG ins Rampenlicht, um mit dem Finger auf die vermeintlichen Ketzer zu zeigen – und stellen in Wirklichkeit sich selbst auf die Bühne: Sie zeigen das hassverzerrte Gesicht des Pharisäers, der auf den Zöllner herabschaut und betet „Gott, ich danke dir, dass ich nicht wie die anderen Menschen bin, die Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner dort.“

Für mich schmeckt das nach Voyeurismus. Nach einem sich aufgeilen an der eigenen „Reinheit“. Es schmeckt nach … „Moralporno“.

Die Motivation tritt klar zutage: Es geht schon lange nicht mehr um ein Kritisieren (oder gar Aufbauen), sondern um Auslöschung.
Die Leichen im eigenen Keller hat man schon lange verdrängt. Es macht doch viel mehr Spaß, den deutschen Jugendverbänden mal so richtig in die Fresse zu schlagen. Die KjG hatte halt das Pech, als erste in der Schusslinie zu stehen…

Der Skandal

„Skandal um KjG“ – so ähnlich titelt ein einschlägiger Nachrichtendienst. Der weitaus größere Skandal ist dieser: Der Skandal des puren Hasses. Der Skandal der Lust auf Vernichtung.

So sitze ich hier, schüttele angewidert den Kopf und habe nur noch eine Frage: Wer hat euch damit beauftragt, Gerichtshof zu spielen?

Was Papst Franziskus dazu sagt…

Hier geht’s zur Fortsetzung…

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34 comments

  1. Ich kann dem Beitrag nur zustimmen. Manch private Nachrichteninitiative, die sich katholisch nennt und zuweilen auch katholischen Inhalt verbreitet schießt ebenso, aber auf eine viel unangenehmere Art über das Ziel hinaus. Statt Liebe und Barmherzigkeit zu verkünden scheinen sich jene Redaktuere lieber auf das „und wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ zu berufen. Ich muss sagen, dass widert mich inzwischen ziemlich an. In der Kopfzeile jener Privatinitiative ist jeden Tag aufs neue ein Bild von Franziskus zu sehen, aber wie wenig lernen doch die Menschen von Ihm….

  2. Carsten, tut mir Leid, aber ich halte das für Blödsinn, was Du schreibst. Daß Jugendverbände mal übers Ziel hinaus schießen – okay. Dann ruft man sie eben zurück, wie hier geschehen. Daß es Menschen gibt, die aufgrund dieser Verfehlung jetzt die gesamte KJG Deutschlands verurteilen, nun ja, falsche Verallgemeinerungen und Verurteilungen finde ich auch in Deinem Beitrag hier …
    Von „perfider Akribie“ habe ich nichts sehen können – wahrscheinlich ist einem Elternteil dieses Material in die Hände gekommen und er hat sich – berechtigterweise, wie ich finde – darüber echauffiert.
    Es käme ja auch keiner bei einem katholischen Verband auf die Idee, die Meinungen von Pädophilen einfach nur kommentarlos zu zitieren bzw. es für „perfide“ zu halten, wenn so ein Umstand skandalisiert werden würde.
    Du nennst das Moralporno – so etwas gibt es natürlich. Es gibt im Journalismus sowieso so etwas wie Skandalporno, und besonders gerne, wenn es um Kirchensachen geht.
    Es geht bei diesen Geschichten einfach nur um Etikettenschwindel – wo katholisch drauf steht, soll katholisch drin sein – ist das denn zuviel verlangt?

    1. Wo katholisch drauf steht soll auch katholisch drin sein…schade das sich dieses Zitat so gut hält.

      Du klagst hier die Verallgemeinerung an, verallgemeinerst aber eine Milliarden schwere Gruppierung.
      Was ist den katholisch? Das was der Papst sagt? Was im Katechismus steht? Oder das was ein Jugendverband definiert?
      Ich jedenfalls habe bei meiner Konversion nicht bejaht nur die eine Liebes und Lebensform anzuerkennen. Ich habe das Vater unser und das Glaubensbekentnis gebetet.

      Ich finde es wichtig und mutig von der KjG so zu diesem Thema Stellung zu nehmen. Sie sind Vorreiter in einem unvermeidlichen Prozess auf einem Weg in eine aufgeklärte Kirche. Und irgendwann werden auch die Dogmatisch geschädigten Damen und Herren verstehen das Gott alle liebt und homosexualität gut, gewollt und gebraucht wird.

      Und sollte es sich tatsächlich auf dauer nicht ändern, würde ich darum bitten das die Amtskirche sich umbenennt. Den allumfassend sollte nicht nur territorial sondern auch darüber hinaus zählen.

      1. Katholisch ist, was die Kirche lehrt. Man kann ja eine abweichende Meinung haben, nur ist diese Meinung dann eben nicht katholisch (ohne daß dadurch die Person es nicht mehr ist!).
        Wahl-Katholizismus gibt es allerorten und in jedem Lager, bei den kath.net-Adepten über das Forum Dt. Katholiken bis zu den WiSiKis – überall ein pick-and-choose.
        Zum katholischen Glauben gehört – leider – auch immer mal der Schritt der „intellektuellen Unterwerfung“, so nenne ich das etwas pointiert. Diesen Schritt muß bzw. müßte jeder irgendwann gehen, will er nicht selber sein eigenes Lehramt und der Wahrheit letzter Interpret sein.

  3. Sehr guter Kommentar, der – wie ich finde – den Nagel auf den Kopf trifft.
    Vielen Dank dafür.
    Das was in vielen Artikeln auf kath.net unter dem Label „katholisch“ zu lesen ist, erinnert mich nur noch fern an das ich unter meiner Religion kennen und lieben gelernt habe.

    @Ralf zu dem Kommentar sag ich nichts, aber hier jetzt parallelen zu Pädophilen zu ziehen… Vielen Dank dafür, muss sowas sein?!?!

    1. Ich habe keine Parallelen gezogen, sondern ein Beispiel gebracht, daß aufgrund seines gesamtgesellschaftlichen Konsenses glasklar ist.
      Da aber die KjG in ihrer Stellungnahme ihren Fehler einsieht, halte ich ein weiteres Herumgehacke von Wem auch immer in der Tat für äußerst unwürdig und beschämend.
      Fehler gemacht, glaubhaft bereut, fertig.

  4. Der Ärger ist nicht unverständlich, denn gerade in einem Jugendverband muss man sich kritisch mit seiner Umwelt auseinander setzen dürfen und evtl. auch mal über das Ziel hinaus schießen; so what?
    Aber Vorsicht: Dem politischen Gegner unehrenhafte Motive zu unterstellen, ihn in der Person herabzuwürdigen ist nicht nur vom Stiel her unangebracht, sondern tut auch dem eigenen Herzen nicht gut und steht uns als Christen nicht gut an. Die „Moralwächter“ zu verteufeln, Irrationalität oder obsessives Verhalten zu unterstellen, wird nicht den Dialog fördern, sondern die Gräben vertiefen. Dialog ist aber der einzige Weg zum Ausgleich. Deswegen scheint mir wichtiger als die öffentliche Klage über den jeweils anderen, die direkte Frage: Wovor habt Ihr Angst?

  5. Ende der 70er / Anfang der 80er waren es die Bischöfe, die sich über „rote“ Songbücher und „politische Zeichen“ einer Arbeitshilfe, die zur Kriegsdienstverweigerung aufrief, aufregten und mit dem Entzug des „K“ in der „kjg“ drohten. Der damals begonnene Dialog half der kjg,, ihr Selbstverständnis zu klären – auch wenn sie dazu quasi genötigt wurde. – Heute sind es die selbsternannten Glaubenswächter, die nicht den Dialog suchen, sondern postend ihr eigenes Selbstverständnis vergewissern. Wtf interessiert das?

  6. Bevor ich verstehen kann, was „sexuelle Selbstbestimmung“ meinen könnte, müsste einem das Konzept von „Selbstbestimmung überhaupt“ einmal klar sein. Darum meine Frage: Was versteht die KjG unter Selbstbestimmung. Und inwiefern wäre Selbstbestimmung eine katholische Grundhaltung?

    1. Anton, hier geht es nicht um die Frage, was die KjG unter Selbstbestimmung versteht. Auch nicht um die Inhalte von YOUrope etc. – dazu habe ich oben was geschrieben.
      Es geht um die Tatsache, dass manche Mitmenschen meinen, sie müssten ständig über andere hetzen und sie verleumden. Teilweise werden auch falsche oder unvollständige Behauptungen aufgestellt.
      Du müsstest also korrekterweise fragen: Inwiefern ist Hetzerei eine katholische Grundhaltung?

      1. Danke, Carsten. Keiner darf natürlich gegen Menschen „hetzen“. Das Wort ist ja mit „hassen“ verwandt. Doch die Grenzlinie zwischen „hetzen gegen“ oder „öffentlich scharf kritisieren“ ist vielleicht nicht so klar, wie du im vorliegenden Fall darlegst. Ich weiß es nicht.
        Wenn nun aber Katholiken glauben, gegen die KjG (sagen wir mal:) „herziehen zu müssen“, so sollte man doch erst einmal verstehen, was die KjG eigentlich gemeint hat. Und im Zentrum scheint hier der Begriff „Selbstbestimmung“ zu stehen.
        Der einzige Ausweg aus dem hin- und herkritisieren scheint mir die gemeinsame Konzentration auf die Sache. Die darf ja ruhig – wie du unten sagst: – „hitzig“ werden; denn hitzig kommt von Hitze, nicht von Hass.

        1. Ich glaube, wie Carsten auch, dass es hier nicht mehr allein um eine Diskussion irgendwelcher Papiere und Thesen der KjG geht, es geht hier darum, dass diesem Jugendverband – gelinde gesagt – die Pest an den Hals gewünscht wird (in Form von „Kirchensteuergeldentzug“ und „Stellungnahmen der Bischofskonferenz“ etc…). Jenes verlangen Privatinitiativen, die sich katholisch nennen, in einem Tonfall der sich – für meine Begriffe – nicht mit dem deckt, was sich jene zum Beispiel hier: http://kath.net/news/46347 ganz ganz dick auf die Fahne schreiben. So ein Katholizismus hat einen derart bitteren Beigeschmack, dass man sich fragen muss: Wasser predigen und Wein trinken?… Es muss natürlich einen Raum geben für Kritik, nur muss dieser Raum geschützt sein und auch dem Argumentationsgegner den Platz bieten, sich angemessen zu verteidigen und Stellung zu beziehen, und das ist meine Erachtens auf jener Seite nicht gewährleistet und vielleicht auch gar nicht erwünscht. Ich fühle mich da manchmal erinnert an skandalsüchtige Print- und TV-Median á la Spiegel, Focus und Frontal21, die irgendwo wieder irgendwelche dubiosen und streng geheimen Akten ausgegraben haben, die natürlich kein anderer kennt und an die jene natürlich ganz einfachen Zugriff hatten -.-
          Bevor ich mich aber allzuweit aus dem Fenster lehne und nachdem ich nun ein bisschen dem Luft gemacht habe, was sich an meinem Internetlosen Vormittag angestaut hat möchte ich am Schluss doch noch hinterherschieben: Was soll’s…Wir sind alles Menschen – die einen besser, die anderen schlechter; das ist erstmal nicht schlimm, denn jeder darf so sein wie er ist……

          ….aber er darf nicht so bleiben, denn Gott hat mit jedem Menschen noch großes vor 😉
          In diesem Sinne einen angenehmen Nachmittag 🙂

      2. Schon richtig. Aber darf man nicht mehr in Frage stellen, was im abgesteckten Rahmen der katholischen Kirche ist und was nicht? Klar, die von kath.net spielen sich als Glaubenswächter auf und richten über andere, aber andererseits muss es auch erlaubt sein, mal zu sagen, wann man eine Übertretung von Grenzen festzustellen meint, ohne dass man gleich einen mit der Toleranzkeule übergezogen bekommen. Ich finde es wichtig, dass meine Kirche klare Abgrenzungen hat und ich möchte mich nicht immer dafür rechtfertigen, dass ich Monogamie und Ehe zwischen Mann und Frau als bevorzugtes Lebensmodell anssehe – schon gar nicht innerhalb meiner Kirche!

        1. Ulli, wenn ich „gleich“ mit der Toleranzkeule kommen würde, müsste ich mehrmals pro Woche was schreiben.
          Bitte lies dir bei Gelegenheit auch mal durch, was die KjG tatsächlich schreibt und sagt – und verlass Dich nicht auf irgendwelche Kath.net-Halbwahrheiten. Da musst Du Dich vor niemandem rechtfertigen, wenn Du in einer monogamen Ehe leben möchtest. (Woher kommen bloß solche Phantasien…?)

  7. Vielen Dank für den sehr, sehr guten Kommentar. Und Respekt dafür, den eigenen Würgereiz so unter Kontrolle zu halten und diesen vergleichsweise sachlichen Gedankengang zu formulieren, anstatt sich einfach, was auch nicht unangemessen wäre, auszukotzen.

  8. Wie immer bei solchen hitzigen Themen der Hinweis:
    1.) Kommentare spiegeln nicht unbedingt meine persönliche Meinung wieder.
    2.) Beleidigende Kommentare und Trollereien werden kommentarlos gelöscht.
    3.) Kommentare, die nicht zum Thema des Posts gehören etc. werden nicht veröffentlicht.
    4.) Gleiches gilt für abstruse Dinge, Verschwörungstheorien und Kommentare zum Thema „Kartoffeln“.

  9. Faszinierend: Ich habe (ja, in sehr deutlichen Worten) geschrieben, was ich davon halte, dass die KjG und die Jugendverbände verhetzt werden. Darauf hin werfen (eben jene, die gerne mal hetzen) mir vor, dass es nicht die feine christliche Art sei, über andere Christen zu schimpfen…

    Es ist also OK zu hetzen (!), wenn man auf der „richtigen“ Seite steht. Aber wenn man auf der „falschen“ Seite steht und es z.B. wagt, einen Jugendverband zu verteidigen (!), ist das gar nicht OK?!?

    Das „Beste“: Manche dieser netten Mitchristen, die meinen, ich solle doch etwas zurückhaltender sein, stellen mich in ihren Artikeln und Beiträgen auf die Seite der Pädophilen und Kinderschänder. Weil ich in meinem Artikel & durch meine Unterstützung der KjG indirekt dazu auffordern würde, „kleinen Mädchen das Spielen mit Dildos beizubringen“…

    HALLO?!?!?!?!?!?!

      1. Dort, wo es sich vermeiden lässt, möchte ich a) nicht auf solche Posts verlinken und b) habe ich die Hoffnung, das der Schreiber seine Wortwahl vielleicht überdenkt…

  10. Hallo, ich habe den „Moralporno“ – Artikel gern gelesen. Ich hatte, als die Welle gegen die KJG hochgekocht wurde, in verschiedenen Diskussionen versucht gegenzuhalten (Hat mich einige Nerven gekostet, bis ich gemerkt habe: was im Detail wahr ist interessiert eigentlich niemanden). Hier haben einige Leute eine gezielte Kampagne gestartet und das bewusst in der Zuspitzung: „Die KJG will ein Recht auf Abtreibung“ obwohl ihnen klar sein musste (und teilweise auch klar war), dass das so nicht stimmt. War aber egal! Das ist eine Art des „politischen“ Umgangs von „Fraktionen“ in der Kirche, die wir nicht akzeptieren dürfen. Auch wenn nichts gegen ein offenes, kritisches Wort spricht. Aber niemand von den Kampagnentreibern hat sich die Mühe gemacht das KJG – Projekt zu verstehen und niemand hat Kontakt aufgenommen um – vor einer Veröffentlichung der Vorwürfe – die Position der KJG kennenzulernen. „Politisch“ waren diese Leute erfolgreich, es hat gerade mal einen Tag gebraucht, bis die KJG sich distanzieren mußte und die DBK reagierte! Der Vollständigkeit halber: ich frage mich schon, warum die KJG hier so dilettantisch gearbeitet und auch später so unprofessionell reagiert hat. Warum steht im Arbeitsheft nicht mit zwei Sätzen: „Die Jugendrechte haben wir von Youth for Europe übernommen, als KJG sehen wir manches kritisch, z.B. ein sog. „Recht“ auf Abtreibung, aber der Dialog darüber ist eine gute Gelegenheit darüber zu sprechen und denen auch kritische Rückmeldung zu geben, also Leute macht mit, welche Rechte brauchen Jugendliche?“ Schon wäre die Klippe umschifft gewesen und man hätte den Kritikern gegenüber sagen können, das das ja ausdrückliches Ziel gewesen sei, den Europajugendfunktionären zu sagen, dass sie an dieser Stelle falsch liegen… . Und bevor irgendwer mich falsch interpretiert: Das mit dem Dildo finde ich auch überflüssig und ich bin sicher, man findet auch noch irgendwelche andere Dinge, wo die KJG falsch liegt. Aber dann müssen wir uns Mühe geben, uns Zeit lassen und ins Gespräch kommen. Und überall da, wo ich die kath. Überzeugung nicht voll und ganz vermitteln kann, bin ich über jeden froh, der wenigsten noch eine Orientierung an Werten in die „innere Sexualmoral“ der einzelnen Jugendlichen verankern kann und nicht dieses zutiefst menschenverachtende „Anything goes!“, das allüberall sonst „Usus“ ist.

  11. Dass Linzer Privatleute eine Hetzseite betreiben, die im Namen der katholischen Kirche jeden Tag neue Personen oder Gruppierungen oder gleich ganze Religionen wie den Islam an den Pranger stellt, seit Jahren auch Bischöfe wie Lehmann und Zollitsch, weiß doch jeder, der dieses Portal über einen längeren Zeitraum verfolgt. Warum eine Hetzseite nicht Hetzseite nennen? Aus Angst vor Noés Anwalt? Roland Noé und seine Epigonen sind Fundamentalisten. Mit Fundamentalisten ist ein Dialog nicht möglich. Der Linzer Privatseite muss endlich der Geldhahn zugedreht werden, die Spenden von „Kirche in Not“ sind ein Skandal. Und auch die katholischen Nachrichtenagenturen Deutschlands und Österreichs müssen endlich ihre Geschäftsbeziehungen mit dieser Seite beenden. Ihre Nachrichten dienen auf dieser Seite lediglich als Impuls für die Ultras, ihren Aggressionen in den Kommentaren unter den Nachrichten freien Lauf zu lassen. Ganz unabhängig von der Sache und vom Inhalt: Jeder verdient Respekt, der den Mut hat, dem Linzer Internetpranger die Stirn zu bieten! Eine Seite, die Mosebachs Franziskus-Bashing verbreitet, kann sich im übrigen auch nicht mehr „papstpreu“ nennen.

  12. Leider braucht es nur wenig Aufwand um herauszufinden, daß die Macher dieser Hetze gegen die KJG die gleichen sind, für die es Limburg und Schrobenhausen auch nie gegeben hat, sondern dies maximal Pressekampagnen waren.

  13. Ich denke, dass das Internet generell nicht geeignet ist, eine fruchtbare Diskussion zu führen. Es verführt vielmehr zur unbedingten Verteidigung der eigenen Auffassung, die nicht selten mit der Diffamierung und Ausgrenzung andersartiger Auffassungen einhergeht. Ich habe diverse sich explizit als katholisch bezeichnende Internetseiten äußerst polemisch agierend kennengelernt. Menschen mit andersartigen Auffassungen werden mit einem Bann belegt. Hier hat sich „kath.net“ besonders negativ hervorgetan, aber auch „mykath.de“. Das Pharisäerhafte, dass Papst Franziskus so häufig geißelt, feiert im Internet fröhliche Urständ. Man kann sich dem heiligen Geist durch die menschenentfremdete Auseinandersetzung im Netz nicht nähern, sondern nur durch die respektvolle direkte Begegnung mit unseren Nächsten in ihrem vollständigen Sein.

  14. Vielen Dank, ja, dieser Artikel tut gut! Was ein „Nachrichtendienst“ mit einem im Namen befindlichen „kath.“-Hinweis seit Jahren anrichtet, was da von Moderatoren an Hasstiraden und Beleidigungen auf Bischöfe und und und zugelassen wird, ist nur noch unglaublich, jesuanisch und christlich ist das schon lange ganz und gar nicht mehr!
    Ja, es stimmt:
    „Der weitaus größere Skandal ist dieser: Der Skandal des puren Hasses. Der Skandal der Lust auf Vernichtung.“
    Einen Hinweis möchte ich geben:
    Ende des Jahres 2012 habe ich mich mit einer Anfrage bezüglich dieses Nachrichtendienstes an unseren Kölner Kardinal Meisner gewandt, hierzu bediente ich mich seines Webauftritts „direkt zu kardinal meisner“. Diese Anfrage war es viel Lesern (313) wert dafür zu stimmen, dass Herr Kardinal Meisner zu der Frage Stellung beziehen sollte, was er dann auch tat. Hier (s.u.) verlinke ich seine Antwort, meine Anfrage kann am Ende seiner Antwort aufgerufen werden unter: „Beitrag lesen“
    Hier wird sehr deutlich, welche Ansprüche und Anforderungen Herr Kardinal Meisner zu Katholischen Internetauftritten hat.
    Nach meiner Anfrage und der klaren Beantwortung des Kardinals hat sich jedoch an dem Umgang bzgl. Hasstiraden, Beleidigungen und unglaublichen Herabsetzungen in diesem Nachrichtendienst absolut nichts geändert! Immer noch ist es mein Anliegen, dass dem Webauftritt die Führung des Titels „kath“ aberkannt wird!

    http://direktzu.kardinal-meisner.de/ebk/messages/bezeichnung-katholisch-uae-im-internetauftritt-evtl-irrefuehrend-43638?filter%5B%5D=answered&order=date&sorting=asc

  15. Man kann sich mit den Medien noch so kritisch auseinandersetzen. Das ficht sie nicht an. Im Gegenteil! Sie finden damit noch mehr Aufmerksamkeit. Das Internet ist ein Podium für Selbstdarsteller und Wichtigtuer. Es ist völlig wurscht, welche Auffassung sie vertreten. Energien mit einer vollkommen sinnlosen Auseinandersetzung zu vergeuden, ist schlicht unchristlich, könnte man sie doch der Familie oder Gott im Gebet schenken. In diesem Sinne: Ende Gelände!

  16. Lieber Mitbruder Carsten,
    herzlich danke ich Ihnen für die profunde Analyse des unsäglichen Portals aus Österreich. Die von den Vorpostern geäußerten Argumente will ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Mir ist es jedoch ein Anliegen, Ihnen meine Unterstützung zuzusagen. Die Kampagne, die die besagte Seite gerade gegen Sie fährt, bestärkt mich in meinem Reden gegen die unsäglichen Machenschaften der Verantwortlichen, die hinter dieser Seite stecken. Ich werde nun offensiv gegen diese Leute predigen. Und in meiner Gemeinde bzw. meinem Wirkungskreis vor dieser Seite und Ihrem Gedankengut ausdrücklich warnen.
    Ihnen von Herzen Gottes Segen!
    Pfr. S. Maier

  17. Hallo Margret, ich mag den Kölner Kardinal! Und diese Initiative mit dem Internet-Dialog hat mir auch sehr gefallen. Erstaunlich, dass seine Worte so wenig Wirkung zeigen! Bedauerlicherweise findet sich unter dem kath.net gegen Carsten Leinhäuser kein vernünftiger Beitrag, nur Applaus und Zustimmung. Das macht mir Sorge!

    1. Dass sich bei Kath.net unter den sogenannten „Leser“-Kommentaren keine Zustimmung zur Position von Carsten Leinhäuser findet, ist kein Zufall: Meinungen, die nicht in die“Ausrichtung des Portals“ passen, werden dort gerne mal nicht freigeschaltet. In den „Leser“-Kommentaren „lässt“ man gerne mal „Volkes Stimme“ zu Wort kommen – bzw. das, was man dafür hält und was einem in Linz in den Kram passt. Diese „Leser“-Kommentare – sind eine Art manipulatives „Stilmittel“ des Linzer „Journalismus“ und aus gutem Grund nach 7 Tagen nicht mehr lesbar. Beim Episodenfisch wurden u.a. solche „Leser“-Meinungen dokumentiert:
      http://episodenfisch.blogsport.de/index.php?s=Expertenpr%C3%BCgeltipps
      Widerspruch war in der Regel zwecklos – das wurde nicht veröffentlich. Allerdings hat man in Linz meist gestrichen die Hosen voll, wenn man mit sowas konfrontiert wird, weil die Freischaltungspraxis beim Noe (geborener Biermeier, weil man damit an einen Adelstitel kommen konnte), bekannt ist.

  18. Übrigens: auf kath.net wird gerade vom „Leser“ „Gottistgut“ quasi aufgerufen, das Email-Postfach von Bischof Wiesemann voll zu spammen:

    Bischof Wiesemann
    Ich hab mir gerade die Freiheit genommen, den zuständigen Bischof anzuschrieben: Karl-Heinz Wiesemann
    bischof@bistum-speyer.de
    Das könnten auch noch andere machen.

    Quelle: http://kath.net/news/46354

    Munter bleiben – und nicht kirre machen lassen!
    Die nächste Stufe wird wohl eine „Petition“ auf „Citizengo.com“ sein. Die benutzt der Noe geb. Biermeier gerne.

  19. Ich sehe hier vor allem zwei Verhärtete fronten. Sowohl der Ton auf Kath.net, als auch ihr eigener, lässt zu wünschen übrig. Auf einer Solchen Grundlage scheint mir der Meinungsaustausch in der Tat schwierig.

    Ihnen würde es ganz gut stehen, die Befürchtungen und ja, vor allem auch den Frust, den viele Katholiken in sich Tragen, ob einiger „Ungereimtheiten“ in der Glaubensverkündigung, ernst zu nehmen und nicht sogleich in eine Ecke zu drücke in der man sie dann nicht mehr Beachten braucht.

    Im Gegenzug ist vor allem auch um Mäßigung bei den Forderungen und der Ausdrucksweise zu wünschen. Sicher ist es richtig für eine klare Verkündigung des Glaubens einzutreten, jedoch sollte dadurch nicht sofort ein Ganzer Verband als Zielscheibe fungieren.
    Auch dann nicht, wenn es in unserer vernetzten Welt in der man sich in kürzester Zeit über all die vielen kleinen und größeren Fehltritte informieren kann, ja regelrecht damit bombardiert wird und es so den Anschein hat, als würde es immer und überall und vor allem immer gezielte absichtliche Aktionen sein.
    Hier sei Mäßigung angemahnt, die allerdings nicht schweigen bedeuten soll.

    Ich Persönlich bin der Meinung, dass alle Katholischen Gruppen und Verbände ein großes Maß an Verantwortung und Verpflichtung tragen sich in ihrem Glauben weiterzubilden. Gerade in offiziellen Publikationen muss in besonderem Maß darauf geachtet werden, dass Inhalte nicht unserem Glauben widersprechen, sondern vielmehr helfen, diesen den Menschen näher zu bringen.
    Da hilft es nicht zu sagen „Und ja, Jugendverbände schießen auch mal über’s Ziel hinaus. Hey – es sind Jugendverbände.“ – sondern vielmehr Zerknirscht in sich zu gehen und sich zu bemühen, dass so etwas eben nicht mehr Vorkommt. Wir sind Menschen, wir machen Fehler.
    Obige aussage erweckt in mir jedoch den Eindruck einer Haltung, dass kein wirklicher Wille vorhanden ist solche Fehler in Zukunft zu vermeiden.

  20. Da könnte ich versucht sein, zu meinen, Jesus hat das mit der „Feindesliebe“ auch für die Katholiken UNTER SICH gemeint …

Dein Senf...