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„Der KjG-Skandal erreicht eine neue Dimension“ schreibt Kath(punkt)net – und befördert mich (oder vielmehr meinen Artikel) damit auf ihre Startseite. Ein paar kurze Gedanken dazu…

Getroffene Hunde bellen.

Im Artikel, um den es hier geht, erwähne ich mit keinem Wort das Nachrichtenportel Kath(punkt)net. Die heftige und aggressive Reaktion lässt mich jedoch vermuten, dass man sich angesprochen fühlt. Und – um ehrlich zu sein: Ja. Auf Kath(punkt)net wird m.E. sehr viel – viel zu viel – gehetzt und verurteilt. Fast täglich erscheinen Artikel, in denen katholische / christliche Gruppierungen und Einzelpersonen diffamiert und an den Pranger gestellt werden. In der Regel mit unvollständigen Hintergründen, halben Wahrheiten oder gar Falschinformationen.

Nebenbei erweist mir Kath(Punkt)net die Ehre, mich in eine Reihe mit Theologen wie z.B. Kardinal Lehmann oder Erzbischof Zollitsch zu stellen, die von besagter Seite ebenfalls oft genug an den Pranger gestellt wurden. Danke dafür.

Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass Kath(punkt)net von „Kirche in Not“ unterstützt wird ? Darf man das hinterfragen?

Wenn ein Priester hetzt…

…überschreibt Kath(punkt)net seinen Artikel. Da frage ich mich schon, ob möglicherweise eine kognitive Dissonanz vorliegt: Wer hat angefangen mit der Hetzerei? Wer schreibt regelmäßig abfällig über Jugendverbände in Deutschland, verurteilt sie und fordert mehr oder weniger offen deren Abschaffung?

Ist es tatsächlich Hetzerei, wenn man sich ärgert und mit klaren (ok, auch mit deftigen) Worten sagt „Leute, hört endlich auf, mit dem Finger auf andere zu zeigen – und gegen sie zu HETZEN!“ Oder ist das vielmehr gerechter Zorn gegen jene Mitchristen, die den Splitter aus dem Auge des Bruders ziehen wollen, aber den Balken im eigenen Auge nicht sehen?

Jetzt wird’s hässlich…

Á propos „Hetze“: Was dabei rauskommt, wenn Kath(punkt)net und Co. mit Halbwahrheiten um sich werfen und Artikel über Gruppen wie die KjG oder Personen (tja, das bin dann mal ich) sind Sätze wie dieser: „Was soll denn ein Vater oder eine Mutter darüber denken, wenn ein Priester in seinem Weblog dies auch noch indirekt rechtfertigt, daß in katholischen Jugendgruppen, unterstützt von Materialien eines katholischen Jugendverbandes, kleine Mädchen lernen, wie man mit Dildos spielt?“

Gott sei Dank kennen mich die Jugendlichen und Erwachsenen, mit denen ich zusammenarbeite, gut genug, dass sie durch solche Diffamierungen nicht auf seltsame Gedanken kommen…

Worauf ich vertraue

Mir war schon vor „Moralporno“ klar, dass es starke Reaktionen geben wird. Mir ist klar, dass Kath(punkt)net und Co. auch nach diesem Artikel nicht auf die Idee kommen werden, auf einer vernünftigen, fairen, erwachsenen und – christlichen – Ebene miteinander zu sprechen. Vielmehr wird es weitere Artikel und Angriffe gegen mich geben.

Das ist es mir wert!
Solange Fundamentalisten (egal welcher Couleur) mich in eine Schublade stecken und gegen mich kämpfen, weiß ich, dass ich auf einem gesunden Weg bin.

  • Ich vertraue auf die jungen Menschen und die Erwachsenen – die ganz gut erkennen, ob es wirklich um ihre Sorgen, Nöte, Träume und Hoffnungen geht – oder ob jemand sie aufhetzen und für seine (kirchen)politischen Ideologien missbrauchen will.
  • Ich vertraue auf unsere Jugendverbände, die manchmal über’s Ziel hinausschießen und auch mal Mist bauen; bei denen ich aber mehr und mehr sehe, dass es ihnen tatsächlich um die frohe Botschaft Jesu geht – und nicht um Paragraphen und Gleichmacherei.
  • Ich vertraue auf unsere Bischöfe – nicht zuletzt auf meinen Bischof – die unterscheiden können zwischen Hetzerei und Verteidigung. Zwischen Hassreden und Ringen um das Evangelium.
  • Ich vertraue auf Papst Franziskus, der den Kriegstreibern (auch und gerade in der Kirche) die Stirn bietet.
  • Ich vertraue auf den Heiligen Geist – der weht, wo ER will. Und nicht dort, wo wir gerne hätten, dass er wehen würde.

Nachtrag 1, 13.06.14

Nachdem ich mit diesem Artikel auf Kath(punkt)net geantwortet habe, hat man dort netterweise die Mailadresse von Bischof Wiesemann veröffentlicht. Eine höfliche Einladung, ihn anzuschreiben. Gleichzeitig droht der Chef von Kath(punkt)net in den Kommentaren („Gandalf“) mit rechtlichen Mitteln.

Nochmal: Im ersten Artikel habe ich mit keinem Wort Kath(punkt)net erwähnt. Erst hier schreibe ich explizit dazu. Und zu dem, was Kath(punkt) net über mich schreibt. Also auch hier: Angriffe auf Gruppen und Einzelpersonen von Kath(punkt)net-Seite sind offensichtlich ok. Wenn man sich wehrt, wird das als Rufschädigung gewertet und mit rechtlichen Mitteln gedroht…

Nachtrag 2, 13.06.14

Drohgebärden. Kam eben als Kommentar rein:
„Ein Ratschlag von einem wohlmeinenden “Hetzer”, der sein Geld in der Unternehmensberatung macht: Hören Sie schleunigst mit der spontanen Bloggerei auf! In all Ihrem naiven Vertrauen auf Gott und die Welt ist Ihnen gar nicht bewußt, dass Sie hier nicht mit einem Feuerzeug, sondern mit einem Flammenwerfer spielen!
Aus tiefstem Herzen: Viel Glück! (Sie werden es in den nächsten Wochen dringend brauchen …)“

Nachtrag 3, 13.06.14

Kath(punkt)net hat den Artikel über mich etwas entschärft – und auch ich habe meine Wortwahl (oben unter „Getroffene Hunde bellen“ etwas zurückgefahren). Heute Nacht / morgen früh etwas mehr dazu. Und Nein: Es gab keinerlei Druck von oben (oder unten), der mich dazu bewegt hat 😉

Im Übrigen: Schon jetzt mal ein großes Dankeschön für die unglaubliche Welle der Solidarität – aus allen kirchlichen „Lagern“ – die mich heute schier überrollt hat!

Nachtrag 4, 14.06.14

Der ursprünglich von Kath.net veröffentlichte Artikel wurde erneut leicht überarbeitet. Vor allem wurde die Kommentarfunktion geschlossen. Eine besonnene Reaktion auf „Extrem LAUT!„.