In der westpfälzischen Stadt Pirmasens wird es nie langweilig: So lebten und arbeiteten bis vor Kurzem noch leichte Mädchen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pfarrhaus der Kirche St. Anton (Hier habe ich schon mal darüber berichtet).

Jeder ging seinen „Geschäften“ nach: Auf der einen Seite der Uhlandstraße sorgte man sich um das Seelenheil der Besucher – auf der anderen Seite der Straße kümmerte man sich eher um rein weltliche Freuden der Kundschaft. Man grüßte sich und sprach hier und da ein Wort miteinander. Zwei Welten, die nicht wirklich kompatibel waren, aber doch ganz gut nebeneinander leben konnten.

Das „Haus Michelle“ musste nun nach langen und zähen Gerichtsverhandlungen schließen. Ein Freudenhaus in einer Wohngegend – das passe nicht zusammen, meinte die Stadt Pirmasens – und schließlich auch die Richter. Jetzt ist der neue Mieter eingezogen: Ein großer Bus steht vor dem Haus – „geschmückt“ mit netten Plakaten, die mehr oder weniger dezent auf das „Ausländerproblem“ hinweisen…

Ja – korrekt: Die NPD ist der neue Nachbar des Pfarrhauses St. Anton!

Ein Schelm könnte natürlich auf die Idee kommen, Fragen zu stellen. Warum, z.B., ein Freudenhaus in einer Wohngegend nicht so der Hit ist – eine rechtsradikale Parteizentrale im sozialen Brennpunktviertel dagegen ganz in Ordnung zu sein scheint. Oder warum ein Bordell neben einer Kirche blöd aussieht, eine NPD-Zentrale dagegen kein Problem darstellt.

Wie auch immer: Über die „Mädels von nebenan“ konnte ich noch lächeln – und ihnen freundlich begegnen. Es war mehr oder weniger „lustig“ und amüsant, was man so erlebt und gesehen hat. Wenn ich jedoch an die neuen Nachbarn denke – dreht sich mir der Magen um!