Nix mit Spirit…

In der westpfälzischen Stadt Pirmasens wird es nie langweilig: So lebten und arbeiteten bis vor Kurzem noch leichte Mädchen in unmittelbarer Nachbarschaft zum Pfarrhaus der Kirche St. Anton (Hier habe ich schon mal darüber berichtet).

Jeder ging seinen „Geschäften“ nach: Auf der einen Seite der Uhlandstraße sorgte man sich um das Seelenheil der Besucher – auf der anderen Seite der Straße kümmerte man sich eher um rein weltliche Freuden der Kundschaft. Man grüßte sich und sprach hier und da ein Wort miteinander. Zwei Welten, die nicht wirklich kompatibel waren, aber doch ganz gut nebeneinander leben konnten.

Das „Haus Michelle“ musste nun nach langen und zähen Gerichtsverhandlungen schließen. Ein Freudenhaus in einer Wohngegend – das passe nicht zusammen, meinte die Stadt Pirmasens – und schließlich auch die Richter. Jetzt ist der neue Mieter eingezogen: Ein großer Bus steht vor dem Haus – „geschmückt“ mit netten Plakaten, die mehr oder weniger dezent auf das „Ausländerproblem“ hinweisen…

Ja – korrekt: Die NPD ist der neue Nachbar des Pfarrhauses St. Anton!

Ein Schelm könnte natürlich auf die Idee kommen, Fragen zu stellen. Warum, z.B., ein Freudenhaus in einer Wohngegend nicht so der Hit ist – eine rechtsradikale Parteizentrale im sozialen Brennpunktviertel dagegen ganz in Ordnung zu sein scheint. Oder warum ein Bordell neben einer Kirche blöd aussieht, eine NPD-Zentrale dagegen kein Problem darstellt.

Wie auch immer: Über die „Mädels von nebenan“ konnte ich noch lächeln – und ihnen freundlich begegnen. Es war mehr oder weniger „lustig“ und amüsant, was man so erlebt und gesehen hat. Wenn ich jedoch an die neuen Nachbarn denke – dreht sich mir der Magen um!

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3 comments

  1. Der liebe Gott wird sich schon was gedacht haben. Bekehrte NPD-Nasen sind doch auch prima… auf gutes Gelingen!

  2. Soso: die Freudenmädchen will man nicht bekehren, da paßt man sich lieber schön der Welt an und relativiert die Sünde. Die NPDler, redet man sich ein, sollte man eigentlich bekehren. Und das sieht dann nach Arbeit aus…
    Alle Kranken brauchen den Arzt! Da kann man nicht wählen, welche einem lieber sind!

    1. Ich finde es immer wieder interessant, wie einem Dinge in den Mund gelegt werden, die man gar nicht gesagt hat. Aber gut – wer unbedingt überall etwas „Böses“ raushören will, wird es in den meisten Fällen auch schaffen. Darüber zu diskutieren fehlt mir die Energie und die Lust.

      Da antworte ich doch mit einem Zitat des Heiligen Vaters:
      In allen Evangelien waren es diejenigen, die auf Abwege geraten waren, denen Jesus besondere Liebe entgegenbrachte, denn wenn sie erst einmal ihren Fehler eingestanden hatten, waren sie umso offener für seine heilende Botschaft. (Benedikt XVI.)

Dein Senf...