Wie geht’s weiter?

SonneWie geht’s weiter? Abbrechen oder Aufbrechen? Kirche auf dem Weg…

Manch einer fragt sich, welchen Weg die Kirche in Deutschland und im Bistum Speyer einschlagen und gehen mag. Greifbare Spannung liegt in der Luft und hat auch mich erfasst: Gespannt und neugierig bin ich auf die Zukunft. Sogar ein bißchen Vorfreude ist da – trotz all der Schwierigkeiten, die hinter jeder Ecke lauern.

„Wir sollten in unserem Bistum ein Jammerverbot erteilen!“ – meinte kürzlich ein Mitbruder beim Treffen der Priester zum neuen Pastoralkonzept. Dem schließe ich mich gerne an: Es mag zwar gut tun, sich (gegenseitig) die Wunden zu lecken. Es führt aber nicht weiter. Keinen Zentimeter.

Statt dessen habe ich mir vorgenommen, mich schlau zu machen:

  1. Wie schaut’s aus: In unserer Kirche in Deutschland & in unserem Bistum?
  2. Welche Forschungen und Ideen gibt es?
  3. Welche Erfahrungen machen Andere?

Einen persönlichen Schwerpunkt lege ich dabei auf die Kirche in Frankreich – auf die Erfahrungen und Ideen unserer Nachbarn, die uns schon einige Schritte vorraus sind.

Hier ein paar Links zu Dokumenten, die sich mit diesen Themen beschäftigen:

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2 comments

  1. Eine Seite der Frage nach dem »Wie geht’s weiter« sind pastorale Konzepte, Zielvorstellungen, Leitungsentscheidungen. Da gibt es m.E. sehr viel Gutes und Gutgemeintes. Die Speyerer »Seelsorge 2015«, die Freiburger »Pastoralen Leitlinien« und was die einzelnen Diözesen sonst noch ausgearbeitet haben enthält viel Richtiges und Zukunftsweisendes.

    Die andere Seite ist eine kirchliche Dialogkultur: Hier in Freiburg sind wir gerade dabei, die Seelsorgeeinheiten noch einmal zu vergrößern. Auch wenn das durch einen umfassenden Konsultationsprozeß begleitet wird: Es fehlt bei der Hierarchie oft der Mut, synodale Elemente als Stütze ihrer Verantwortung anzunehmen, auch auf die Basis zu vertrauen und nicht nur zu konsultieren, sondern vor Ort Konzepte zu entwickeln. Natürlich jammern da die Leute.

    Am Samstag war ich bei einer Diskussionsveranstaltung mit dem Limburger Bischof Tebartz-van Elst und habe mich ziemlich darüber geärgert, daß gerade eine junge Bischofsgeneration synodale Gremien und Prozesse nur noch als lästig ansieht und streng (und weitgehend künstlich) zwischen Synodalem und Spirituellem unterscheidet. (In meinem Blog habe ich darüber berichtet.) Und natürlich haben die Leute, die in den synodalen Gremien nicht ernstgenommen werden, nicht theoretisch das Synodale in der Kirche diskutiert, sondern ganz praktisch über die autistische Umsetzung der Pfarreienzusammenlegung gejammert, wenn sich der Bischof schon einmal der Diskussion stellt.

    Nicht mehr zu jammern wäre eine gute Sache, und ich selbst versuche es nach Kräften. Das Problem ist aber die Denkfigur, die hinter »Jammerverbote erteilen« steckt: Natürlich jammern die Leute, wenn pastorale Veränderungen nicht von ihnen mitgestaltet werden, sondern sie ihnen einfach vorgesetzt werden, wenn sie Objekt und nicht Subjekt der Pastoral sind.

    Zum »Wie geht’s weiter« gehört für mich daher auch, die Menschen in ihrer Mitverantwortung für die Kirche ernstzunehmen, zu beteiligen: Synodales nicht als demokratischen Störfaktor, der die bischöfliche Leitungsgewalt untergräbt, sondern als Verwirklichung der sakramentalen Struktur der Kirche aufzufassen, zu der nicht nur die Priesterweihe, sondern auch Taufe und Firmung gehören.

    (Auch zum Thema »Wie geht’s weiter« im allgemeinen und dem mangelnden Vertrauen in die Menschen vor Ort im besonderen in meinem Blog: Die Kritik einer Rede des Bischofs von Fulda Algermissen: »Fulda auf dem Weg zur Geh-hin-Kirche?«)

    1. Hallo Felix.
      Ich unterschreibe deine Antwort in allen Punkten – mit zwei Ergänzungen:

      1.) Diskussion ist wichtig – gerade auch in unserer Kirche. Wenn es um konkrete pastorale Planungen und Projekte geht, denke ich jedoch manchmal, daß „zu viele Köche den Brei“ verderben. Konkret: In manchen Situationen halte ich es für sinnvoller, daß eine kleine Gruppe die Vorarbeit leistet und eine Roadmap legt. Danach erst ist der richtige Zeitpunkt, zur Diskussion einzuladen. Dann kann gekämpft, gefeilscht, kritisiert und verbessert werden. (Ich kann nicht mit ein paar 100 oder 1000 Leuten ein „pastorales Konzept“ mal so aus dem Boden stampfen.

      2.) Eine Konkretisierung des Jammerverbotes (stammt glaube ich von Apple):
      Jammern ist grundsätzlich verboten – mit einer Ausnahme: Es darf gejammert werden, wenn gleichzeitig ein konkreter Verbesserungsvorschlag zum „bejammerten Punkt“ mit eingereicht wird.

      Grüße,
      Carsten.

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