Minitag 2012 – ein Bericht

Adrenalin wirkt. Noch besser als Espresso. Hellwach stürme ich um kurz nach sechs (!) aus dem Haus. Mein Vater hockt im Schlafanzug neben dem Transporter des Bistums (der mit Materialien für den Minitag vollgeladen ist) und bringt den Wagenheber in Position: Ein Platten. Ausgerechnet jetzt, im eng gestrickten Zeitplan vor dem Startevent, hat sich der rechte Vorderreifen für ein hübsches Piercing entschieden.
Also zuerst mal Reifen wechseln. Frisch geduscht unter dem Kleinbus im Dreck rumkriechen und den störrischen Ersatzreifen hervorholen. Glücklicherweise ist mein Hemd eh‘ schon schwarz. Eine geschlagene halbe Stunde brauchen wir beide, bis die Karre wieder flott ist. Mit meiner laut singenden Schwester und einem Tankstellen-Eiskaffee geht’s dann endlich los nach Kaiserslautern.

An der Maria-Schutz-Kirche warten schon die ersten Helfer. Es ist 7:40 Uhr. Die Check-In-Pavillons werden aufgebaut, die Reiseschalter aufgestellt, die Straße abgesperrt, und und und. Während in der Kirche die Band mit der letzten Probe beginnt, treffen sich überall in Kaiserslautern Teams aus den Verbänden, um die Workshops und die Picknickzonen herzurichten.

Die ersten Gruppen trudeln pünktlich um 9:00 Uhr ein. Nach dem Check-In werden die Minis zu den zehn Reiseschaltern gelotst. Hier können sie eine „Reiseroute“ buchen, die sie heute quer durch die Stadt führen wird. Kurz nach 10:00 Uhr ist die Kirche gut gefüllt.

Der Minitag beginnt mit einem großen Startevent. Auch Bischof Wiesemann ist gekommen um den Messdiener/innen für ihren Dienst ein großes „Dankeschön“ zu sagen und sie zu ermutigen. Viele Gruppen haben sich in den letzten Tagen das Youtube-Tutorial zu unserem „Tanz-Flashmob“ angesehen, der jetzt gleich mal ausprobiert wird: Fast 500 tanzende Minis in der Kirche – da wackelt die Bude. Sie wackelt, bis die Minis plötzlich wie erstarrt stehenbleiben…

Lautes Gewitterdonnern dröhnt durch die Kirche. Der Altarraum füllt sich mit dichtem Nebel. Blitze zucken. Was ist hier los?
Zwei jugendliche Gestalten treten aus dem Nebel hervor – ebenso verwirrt wie die Minis im Kirchenschiff. „Micha? Bist du noch da?“ – „Hier Hanna, alles ok.“. Nach und nach stellt sich heraus, dass die beiden Neuankömmlinge durch eine Zeitreise auf dem Minitag gelandet sind. Sie kommen aus Galiläa und sind überrascht, aus dem Jahr 36 plötzlich in unserer Zeit gelandet zu sein…
Hanna und Micha sprechen einen aramäischen Dialekt, der dem Pfälzischen erstaunlicherweise sehr ähnlich ist, so dass die Verständigung ganz gut funktioniert 😉 Wir kommen ins Gespräch und beschließen, uns gemeinsam mit den beiden Zeitreisenden auf eine Entdeckertour durch Kaiserslautern zu machen. Dort wollen wir herausfinden, wie und was Kinder und Jugendliche heute glauben.

Auf Entdeckertour: Mit einer Stadtkarte in der Hand ziehen die Gruppen durch die Stadt und besuchen dort verschiedene Stationen. Jede Menge bunt gemischte Workshops warten auf die Minis. Spielerisch, kreativ, inhaltlich und spirituell dreht sich fast alles um unser Tagesthema: „Was glaubst Du denn?!“ Zwischendurch bieten sich Picknickzonen zum Pause-Machen oder Herumtoben an.

Am frühen Abend sind die Minis wieder zurück in der Kirche. Wir feiern Eucharistie. Hanna & Micha erzählen von den Eindrücken ihrer Entdeckertour. Die Beiden finden es klasse, dass die Minis sich immer wieder auf die Suche nach Gott machen und am Glauben „dran bleiben“. Zum Schluss verabschieden wir unsere beiden Gäste aus Israel und schicken sie mit unserem Tanz-Flashmob wieder zurück in ihre Zeit. Und auch die Messdienergruppen reisen nach und nach ab…

An dieser Stelle ein ganz großes Dankeschön an die fast 100 Helfer/innen aus den Verbänden, Pfarreien und Jugendzentralen. Manche von Euch haben schon seit Monaten intensiv mitgearbeitet. Andere sind in den letzten Wochen und Tagen dazugestoßen. Jede/r Einzelne von Euch war für den Minitag wichtig und wertvoll. Ihr habt dazu beigetragen, dass die Minis einen tollen Tag erleben konnten, der uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Dankeschön!

 

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