Sonntag Morgen, kurz nach acht. Die Sonne hat es geschafft. Innerhalb von 10 Minuten hat sie den Nebel bezwungen. So soll es sein. Um den Sieg der Sonne zu würdigen, gleich noch einen Café – und dann muß auch ich bald unter die Dusche und mich „schön“ machen… Den Gottesdienst und die Predigt sollte ich auch noch mal in Gedanken durchgehen. An so einem Tag sind ja nicht nur die Kinder nervöser als sonst.

Auf den Gottesdienst bin ich echt gespannt: Einen großer Teil der mitfeiernden Gemeinde sieht man sonst eher selten in der Kirche. Das meine ich nicht wertend – es ist halt so. Da braucht es ab und an ein paar Hinweise á la „Jetzt stehen (sitzen, knien) wir“, „Bitte schalten sie die Handys und Fotoapparate aus“ oder „Nein, die Vorhalle der Kirche ist nicht die Raucherlounge“.

Mit dem Eucharistieempfang halte ich es übrigens so: Nach dem Kommunionempfang der Kinde lade ich Alle ein, nach vorne zu kommen! Ich erkläre, daß die Kommunion für uns Katholiken etwas sehr wertvolles ist – die Herzmitte unseres Glaubens. Wir glauben, daß Jesus in dem kleinen Stück Brot wirklich voll und ganz da ist. Dann bitte ich die Leute, einfach ehrlich zu sich selbst zu sein: Wer mit diesem Glauben nichts anfangen kann oder aus anderen Gründen nicht die Kommunion empfangen möchte oder kann, soll bitte die Arme verschränken und wird dann mit einem Kreuz auf der Stirn gesegnet.
Das klappt erstaunlich gut; in den letzten Jahren gab es sogar einige Eltern, die sich den Segen abgeholt haben. (Ganz nebenbei habe ich den Eindruck, daß der Appell an eine ehrliche Gewissensentscheidung die Leute anregt, sich wirklich Gedanken über ihren Glauben zu machen – und sei es nur für fünf Sekunden).