Der „Kaplan“ (nein, nicht ich) redet über das Aussterben der „traditionellen Wohlfühlgemeinde“, deren Feindbilder (die neuen geistlichen Gemeinschaften) und die Zukunft der Kirche.

Ganz schön bissig ist sein Artikel – alles andere als bequem für die Mehrzahl unserer westeuropäischen Gemeinden, zu denen ja auch ich gehöre: In einer solchen „typischen“ Gemeinde bin ich aufgewachsen, habe meine Berufung gefunden und arbeite heute in eben dieser Kirchenstruktur. Im Laufe der Jahre sind mir dort etliche Menschen begegnet, die es mit ihrem Glauben ernst meinen. Die Kraft aus ihrem Gemeindeleben schöpfen – gerade auch geistliche Kraft. Es gibt also nicht nur Negatives, sondern auch sehr viel Positives zu entdecken.

Eines muß ich jedoch offen zugeben: Hätte ich nicht das Glück gehabt, neue geistliche Aufbrüche wie das Neokatechumenat, die Gemeinschaft von Jerusalem oder die Brüder von Taizé kennen zu lernen – ich wäre heute nicht hier. Diese Erfahrung habe ich für mein geistliches Leben unbedingt gebraucht – und werde auch in Zukunft nicht ohne sie auskommen.
Euer nachdenklicher Carsten.