Happy Sukkot in Mailand

Milano Domplatz
Am Montag war ich mal kurz weg. In Mailand. Michael hat mir diese Tagesreise mit Ryan-Air zur Priesterweihe geschenkt: Knapp zwei Stunden dauert die Reise von Hahn über Bergamo nach Mailand, bis man den ersten Caffè bei 22° im Sonnenschein schlürfen kann. Nach dieser Stärkung kann man dann einkaufen (wenn man das nötige Kleingeld dabei hat), den Mailänder Dom und etliche andere schmucke Kirchen besichtigen oder noch einen Caffè trinken und Leute beobachten. Im Grunde ist Mailand ein einziger gigantischer Laufsteg. Auch wenn ich schon „vergeben“ bin, muß ich eines zugeben: Geschmack haben sie, die italienischen Damen…

Ein Höhepunkt des Tages: Wir durften beim jüdischen Laubhüttenfest (Sukkot) dabei sein!
Sukka
Im Innenhof der Mailänder Festung hatte die jüdische Gemeinde ihre Sukka (Laubhütte) aufgebaut, die an die 40jährige Wüstenwanderung des Volkes Israel erinnert. Unsere neugierigen Blicke waren wohl so offensichtlich, das wir kurzerhand zu einem kleinen Imbiss in die Laubhütte eingeladen wurden. Da saßen wir also einträchtig zusammen: Der Rabbi, der Priester, der Seminarist und die jiddisch sprechenden Kinder, Männer und Frauen. Die Liebe und die feste Überzeugung, mit der diese Menschen von Gott sprechen, sind echt beeindruckend. „Happy Sukkot!“

Ein weiteres Schmankerl gab’s in einer Straßenbar:
Bar
Zum Abschluß unseres Kurzurlaubs wollten Michael und ich noch einen letzten Caffè genießen. Etwas irritiert schauten wir uns an, als plötzlich der Kellner vor uns stand und mich bat, kurz mit zum Chef zu kommen. Am Tresen standen dann der grinsende Chef, der Kellner und eine Kellnerin – und faselten etwas von „Benedica…“ (Segen). Die meinten es tatsächlich ernst! Naja, dachte ich mir, dann teile ich meinen Primizsegen eben auch noch in einer italienischen Straßenbar aus. Schade, daß es davon kein Foto gibt: Drei selig lächelnde Menschen hinter der Bar und davor ein junger Priester, der mit erhobenen Händen seinen Segen spendet. Als Dank ging die Rechnung dann aufs Haus.
Hmm… Ob man auch in deutschen Restaurants mit einem Segen bezahlen kann? Vielleicht sollte ich es einfach mal probieren… 😉

Eines haben wir nach diesem spannenden Tag beschlossen: Ab sofort werden wir Montags öfter mal eine „Tagesreise“ machen!!!

Share:

1 comment

  1. Naja, wenn Ihr dann dennoch die Messe feiert, habt Ihr quasi meinen Segen.

Dein Senf...