Vorwürfe…

Eigentlich wollte ich nicht noch einen Artikel zu Pegida, IS-Terror und ähnlichen Geschichten schreiben. Da auf mich (und viele andere) in diesen Tagen jedoch Vorwürfe und Anfeindungen in Hülle und Fülle einprasseln, hier ein paar Antworten auf die typischen Vorwürfe, die so kommen…

„Die Kirchenfunktionäre scheren sich einen Teufel um die Opfer in Syrien, im Irak,… Sie sagen nichts zu zum Genozid, den die IS ausübt. Ihr biedert Euch dem Islam an.“

Dieser Vorwurf ist schlichtweg falsch. Sowohl die Bischöfe (z.B. Erzbischof Schick), als auch Nachrichtenportale wie katholisch.de äußern sich mehr als deutlich zum Terror, den IS-Kämpfer im Namen des Islam ausüben. Auch ich nenne den Terror beim Namen. Auch der BDKJ Speyer redet nicht um den heißen Brei herum, sondern weist ausdrücklich auf die katastrophale Lage hin.

Was wir nicht tun: Wir nehmen Muslime in Deutschland und in der Welt nicht in Sippenhaft für das abscheuliche Handeln mancher, die den Islam für ihre Ziele verzwecken.

„Es gibt auch in unserem Land religiös motivierte Übergriffe von Muslimen auf Christen. In Mönchengladbach haben z.B. muslimische Jugendliche eine Krippenfeier gestört.“

Ja, es gibt solche Anfeindungen und Übergriffe. In solchen Fällen ist es Aufgabe der Exekutive unseres Staates, entsprechend zu handeln. Die Täter gehören bestraft; den Jugendlichen sollte man mal den Hosenboden strammziehen (nein, nicht den Hintern versohlen – es gibt auch noch andere erzieherische Wege und Mittel) und vor allem Bildungsarbeit leisten. Es gibt übrigens auch Anfeindungen und Übergriffe auf Muslime, Juden und „Randgruppen“ in unserem Land. Sogar mehr als umgekehrt. Hier gilt das Gleiche wie oben beschrieben.

Was ich nicht mache: Ich schließe nicht von einzelnen Übergriffen auf die Gesamtheit der in unserem Land lebenden Muslime.

„Bei Pegida wehrt sich die Mitte der Gesellschaft gegen die Islamisierung des Abendlandes. Auch Christen haben die Aufgabe, da mitzugehen. Wir sind nicht Ausländerfeindlich, aber…“

Muss man dazu wirklich noch was sagen? Nein, es ist nicht die Mitte der Gesellschaft, die da mitgeht. Nein, Ihr seid nicht „das Volk“. Ist es für Christen und Menschen mit etwas Weite im Kopf wirklich klug und angebracht, sich mit einer Bewegung zu solidarisieren, die rechte Gruppen anzieht wie ein Magnet?

Was ich nicht mache: Ich solidarisiere mich nicht mit diffusen Ängsten und plakativer Polemik. Erst recht nicht mit Gruppen, die rechtem Gedankengut nahestehen.

„Aber das mit der Islamisierung ist doch ein Fakt. Muslimische Familien haben 4 bis 5 Kinder, deutsche Familien nur 1 bis 2 Kinder…“

Hier erlaube ich mir eine Rückfrage: Ist es also bedenklich und schlecht, dass Muslime scheinbar gerne Sex haben und zudem kinderfreundlich sind? Oder könnte unsere Gesellschaft – auch wir Christen – in diesem Fall nicht eher noch was von den Muslimen lernen? Da stand doch auch was in der Bibel von wegen „seid fruchtbar…“ und so.

Was ich nicht denke: Ich denke nicht, dass wir hier bei einem Wettbewerb sind, den nur die gewinnen, die die meisten Anhänger produzieren und haben. Als Christ bin ich gelassen und vertraue darauf, dass Gott genügend Spielraum hat, auch dann noch zu handeln, wenn wir Christen in der Minderheit sind. Was in der nächsten Zeit „im Abendland“ nicht passieren wird.

„Auf welcher Seite stehst Du eigentlich?!“

Ich stehe auf der Seite der Christen, welche die Botschaft Jesu ernst nehmen. Auch das erste Gebot: „Liebe Deinen Nächsten“ und „Liebt Eure Feinde“. Gerade letzteres ist eine gigantische Herausforderung.

Was ich nicht tue: Ich rede die Taten religiöser Fanatiker (seien es Muslime oder seien es Christen) nicht schön. Statt dessen hoffe ich, dass die Verantwortlichen in der Politik klar und eindeutig handeln, um Übergriffe solcher Gruppen zu unterbinden und abzustellen. Und ich hoffe, das am Ende die Menschen guten Willens (ganz gleich, welchem Glauben sie angehören) gewinnen werden.

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5 comments

  1. Einer der wenigen ausgewogenen Artikel – vielen Dank dafür!

  2. Ein sehr guter Artikel

  3. Ein sehr guter Kommentar.Nur finde ich einen Standpunkt von Ihnen und zur Zeit der Kirche eher wenig gelungen.Die 17Tsd Menschen in Dresden sind meiner Meinung nach nicht alle v rechten Rand der Gesellschaft!Sie haben Sorgen….diese pauschal zu verurteilen entfernt sie nur noch weiter v Kirche u Politik.Man sollte Probleme offen ansprechen u das tut auch die Kirche oftmals (vielleicht aus Angst in die rechte Ecke gedrückt zu werden)nicht, denn das anbiedern an den Islam fällt mir als gemäßigten und nicht sympathisanten Pegidas auch auf.Hoffen und beten wir das alle extremistische Strömung egal welcher Religion und politischen Richtung sich schnell im Jahr 2015 auflösen

    1. Wenn das Befinden der einzelnen Personen seismographisch auf die Umgebungszusammenhänge zurückgebunden ist, dann gelingt es anwachsenden Massenbewegungen nicht, eine Analyse der Befindlichkeiten des Einzelnen zu ermöglichen. Die „anwachsende Masse“ (von Menschen, die sich zusammenfinden) erzeugt eine „eigene Wirklichkeit“, die den Einzelnen in dem Maße aus den Augen verliert, in dem „die Masse“ anwächst. Nicht alles, was im Zusammenhang „einer Masse“ stattfindet, ist „rechts“ oder „links“. Mit der „Bildung von Masse“ konstituiert sich immer ein „Anderes“, das sich vom „Einzelnen“ unterscheidet. Man kann auch sagen, dass ein Massenauflauf von Menschen nicht die Vereinbarung von Bedeutungen für die Begriffe begünstigt, die dem Einzelnen „auf den Nägeln brennen“. Damit gehen Massenaufläufe meist am Kern des sie erzeugenden
      Problems vorbei. Das hat seinen Grund darin, dass solche Massenaufläufe in aller Regel keinen Bezug zu einem Transzendenten herstellen. Sie bleiben also in „einem Sumpfe watend“, in dem sie – ihrer zunehmenden Masse wegen – zunehmend schneller „versinken“, als es der Einzelne (mangels Eigengewichts) tun würde.

  4. Das Auftreten der Pegida ist für mich eher ein Notsignal, das Bürger absenden, die ihre Identität gefährdet sehen. Es ist kein Zufall, dass die Pegida vom Osten Deutschlands her aufkommt. Die Integration der Menschen im Osten Deutschlands in eine „westliche Sphäre“ muss problematisch bleiben, solange seit dem Fall der Mauer keine wirkliche geistige Auseinandersetzung mit dem stattfinden kann, was westliche Interessen von denen des einstmals praktizierten Sozialismus unterscheidet. Das Primat der Arbeit über den des kritischen Denkens, der Konvergenzdruck, der Menschen auf das „Wachstum“ zu verpflichten sucht, die im Gegenzug keinen Zuwachs in der rechtlichen Qualität des Eigentums erkennen können, scheinen mir die wirklichen Gründe dafür zu sein, dass einer wachsenden Anzahl von Bürgern „mehr Fragen als Antworten einfallen“. Übrigens ist die „Lust zur Arbeit“ die gleiche Lust, die zum Geschlechtsakt beflügelt. Beides verhält sich disproportional zueinander und die Reklame, die den Konsumzwang erzeugt, verspricht zwar die Befriedigung der Lust, kann sie jedoch nicht wirklich befriedigen. Unsere Mitbürger aus dem islamischen Kontext sind befähigt, die Probleme der deutschen Menschen durch die Bildung einer Parallelgesellschaft zu umgehen, die ihren eigenen Zusammenhang herstellt, in dem wirtschaftliche Vorhaben finanziert und umgesetzt werden. Die „deutsche Urbevölkerung“ verfügt nicht über die Möglichkeit, eine Wirtschaft einzurichten, die unabhängig von den Banken und Konzernen bleiben kann. Darin liegt das Defizit begründet, dass die einen mehr Kinder zeugen können und die anderen nicht. Die Zahl der verantwortbaren Kinder, die Menschen in ihrem konkreten Wirtschaftszusammenhang zeugen können, ist ein Indikator für die Zufriedenheit, die dieser Wirtschaftszusammenhang bei ihnen hervorrufen kann. Die gravierende Störung dieser Möglichkeit zur Zufriedenheit wird durch die Wachstumsideologie erzeugt, die durchaus auch dazu geeignet ist, eine Despotie zu begünstigen, die den Nationalsozialismus noch weit an Schrecken und Grauen übertreffen kann. Diese latenten Zusammenhänge sind es, die allererst die sexuelle Lust der Betroffenen reduziert und die Lust auf Arbeit relativiert, solange die Wachstumsideologie die rechtliche Qualität des Eigentums untergräbt und ihr Fortkommen retardiert, weil sie das Fell des Hasen mit der Motorwinde zunehmend schneller voran zieht, als der es hetzende Hund nach ihm schnappen kann…

Dein Senf...