Die guten alten Zeiten. Da haben die „wahren Katholiken“ den Papst und den Vatikan auf Teufel komm raus verteidigt und jedem kritisch hinterfragenden Menschen die Katholizität abgesprochen. Alles war so schön einfach: Es gab Gut und Böse.

Heute verzweifeln sie am Papst, sprechen von Irrtümern der Synode und fürchten der Untergang der Kirche und des Abendlandes. Papst und Bischöfe sind halt auch nur dann toll und lieb, wenn sie genau das sagen, was ich meine…

Man spricht von der „Dekonstruktion der Kirche“, gegen die man kämpfen müsse. Und bereitet gleichzeitig den nächsten Schritt vor: Falls Papst Franziskus dem Treiben keinen Einhalt bietet, bräuchte man halt einen neuen Papst.

In diesen Tagen ist es ein spannender Zeitvertreib, sich mit einer Tüte Popcorn hinzusetzen und die Selbstdemaskierung mancher Superkatholiken zu beobachten…

Mein Senf zur Synode:
1.) Ob die Ehe unauflöslich ist oder nicht, ist eine dogmatische Frage.
2.) Wie die Kirche mit gescheiterten Ehen und der Frage der Zulassung zu den Sakramenten umgeht, ist eine pastorale Frage.
3.) Wenn sich die Kirche entscheidet, wiederverheiratete Geschiedene zur Kommunion zuzulassen, stellt sie damit NICHT automatisch die Unauflöslichkeit der Ehe in Frage. Auch, wenn das manche behaupten.
4.) Bin gespannt auf die Ergebnisse und die Reaktionen darauf. Die werden heftig sein – egal, wie’s ausgeht.
5.) Der Heilige Geist hat auch noch ein Wörtchen mitzureden. Gott sei Dank…