Pro Multis und die Grillsaison

Worum es geht, könnt ihr hier nachlesen.

Die Grillsaison ist angebrochen.
Ein lauer Frühlingsabend.

Über dem Feuer brutzeln leckere Steaks und Würstchen (mit einem leicht gequältem Gesichtsausdruck legt der Grillmeister auch Gemüse und Schafskäse für die Vegetarier auf). Die Buffettische biegen sich unter dem Gewicht der Salatvariationen. Die Stimmung ist ausgelassen und fröhlich. Immer mehr Gäste kommen und stellen sich brav in der Schlange vor dem Zapfhahn an, um sich ein frisches Pils zu ergattern. Das erste Fass wird zusehends leichter und leerer. Ein Gast trottet zum Gastgeber und fragt vorsichtig nach:

Variante 1:
Gast: „Sag mal, reicht das Bier eigentlich für ALLE?
Gastgeber: „Klar, ist genug für ALLE da!
Gast: „Uff.

Variante 2:
Gast: „Sag mal, reicht das Bier eigentlich für ALLE?
Gastgeber: „Sagen wir mal so: Es reicht für VIELE…
Gast: „Oh-Oh. Das wird eng.

Variante 3 (saarländisch):
Gast: „Sah mol, haschd du genuch Bier fa DIE VIELE Leit do besorschd?
Gastgeber: „Ei sicher doch. Kä Angschd. Das Bier reicht fa VIELE! Do geht kenner dorschdisch hemm.
Gast: „Dann is jo gudd.

Anmerkung: Wer sich mit Bildern, „Gleichnissen“ und flapsigen Vergleichen schwer tut, möge bitte JETZT das kleine Kreuz in der oberen Ecke des Internetbrowsers anklicken und mit einer anderen sinnvollen Beschäftigung weitermachen. Der Rest darf gerne weiterlesen…

Wie erwartet schwappen die Wellen in der Diskussion über die „richtige“ (sagen wir besser: die „sinnvolle“) Übersetzung der Worte Jesu hoch. Der Papst kennt die Problematik. Er weiß, dass sich jede Menge Fragen auftun, wenn er entscheidet in den zentralen Worten der Eucharistiefeier „Alle“ durch „Viele“ zu ersetzen. Er benennt sie auch: „Denn für den normalen Besucher des Gottesdienstes erscheint dies fast unvermeidlich als Bruch mitten im Zentrum des Heiligen. Sie werden fragen: Ist nun Christus nicht für alle gestorben? Hat die Kirche ihre Lehre verändert? Kann und darf sie das? Ist hier eine Reaktion am Werk, die das Erbe des Konzils zerstören will?

Diese berechtigten Fragen haben einen einfachen Grund: In der deutschen Sprache (und in den meisten modernen Sprachen) sind „Viele“ eindeutig weniger als „Alle“. Da ist nichts dran zu rütteln.
Wer die obenstehende Geschichte mit ihren drei Varianten gelesen hat, weiß nun aber, dass es selbst in der deutschen Sprache (bzw. in ihren altehrwürdigen Dialekten) durchaus Feinheiten gibt. Oft kommt’s auf den Kontext und die Betonung an. Ein Zaghaftes „Naja, das Bier sollte schon für recht Viele reichen“ bedeutet etwas ganz anderes als ein überzeugt klingendes „Keine Angst. Das Bier reicht für VIELE!

So ähnlich ist es in der semitischen Sprachwelt (auch wenn hier eher Weintrinker anzutreffen sind; die hohe Kunst des Bierbrauens hat sich erst später entwickelt und wurde perfektioniert): Wenn im Hebräischen oder im Aramäischen von „den Vielen“ gesprochen wird, deutet der Sprecher auf eine schier unüberschaubar große Menge Menschen hin. „Die Vielen“ – das sind mehr, als der Verstand fassen kann.

Jesus sagt im griechischen Text der Evangelisten: „Das ist mein Blut (…) das für Viele vergossen wird“. Für seine Freunde, die Jünger, ist klar, was er damit meint: Jesus geht nicht nur für eine kleine auserwählte Schar bis in den Tod – sondern für die Vielen. Die Jünger haben in den Jahren, in denen sie mit ihm unterwegs waren, eines gelernt: Jesus schaut zunächst auf den Einzelnen. Er spricht mich & dich an. Er spricht zuerst zu seinem Volk. Aber seine Sendung ist größer: Es geht ihm um mehr. Es geht ihm um Alles. Um Alle!

Papst Benedikt betont das in seinem Brief nochmal ausdrücklich:
Dass Jesus Christus als menschgewordener Sohn Gottes der Mensch für alle Menschen, der neue Adam ist, gehört zu den grundlegenden Gewissheiten unseres Glaubens.

Sehr erhellend ist in diesem Kontext auch das Schreiben des Hl. Vaters Johannes Paul II. an die Priester zum Gründonnerstag 2005:
‚Hoc est enim corpus meum quod pro vobis tradetur.‘ Der Leib und das Blut Christi sind hingegeben für das Heil des Menschen, des ganzen Menschen und aller Menschen. Dieses Heil ist integral und gleichzeitig universal, damit es keinen Menschen gibt, der — wenn nicht durch einen freien Akt der Ablehnung — von der Heilsmacht des Blutes Christi ausgeschlossen bliebe: ‚qui pro vobis et pro multis effundetur‘. Es handelt sich um ein Opfer, das für ‚viele‘ hingegeben wird, wie der biblische Text (Mk 14, 24; Mt 26, 28; vgl. Jes 53, 11-12) in einer typisch semitischen Ausdrucksweise sagt.
Während diese die große Schar bezeichnet, zu der das Heil gelangt, das der eine Christus gewirkt hat, schließt sie zugleich die Gesamtheit der Menschen ein, der es dargeboten wird: Es ist das Blut, ‚das für euch und für alle vergossen wird‘, wie einige Übersetzungen legitim deutlich machen. Das Fleisch Christi ist in der Tat hingegeben ‚für das Leben der Welt‘ (Joh 6, 51; vgl. 1 Joh 2, 2).

Auf der inhaltlichen Ebene sollte nun klar sein, worum es geht: Beide Übersetzungen („für Alle“ & „für Viele“) sind legitim. Das „für Alle“ ist in den meisten modernen Sprachen leichter verständlich. Das „für Viele“ ist die wörtlichere Übersetzung, an der dem Papst viel liegt.

Bleibt die praktische Frage: Warum forciert man eine Übersetzung, die für den „normalen“ Christen, der kein jahrelanges Theologiestudium absolviert hat, schwer verständlich ist und unter Umständen in die Irre führt?
Einen Grund nennt Papst Benedikt in seinem Brief: Die Übersetzungen sollen auf der ganzen Welt einheitlich und möglichst wortgetreu sein. Es soll nicht im englischen Sprachraum „for all“, im französischen „pour la multitude“ und im deutschen wieder „für alle“ heißen.

Schon im letzten Artikel habe ich angedeutet, dass ich persönlich das „für alle“ bevorzugen würde. Dafür sprechen m.E. vor allem die praktischen Gründe. Der „Otto-Normal-Christ“ (und das ist absolut nicht despektierlich gemeint) versteht es auf Anhieb; es muss nicht umständlich erklärt werden. Es ist wichtig, dass auch Menschen, die erst am Beginn ihres Glaubensweges stehen, eine Chance haben, zu verstehen.

Die Herausforderung ist groß: Einerseits wird es in Zukunft die Aufgabe der Seelsorger/-innen sein, verstärkt und sehr gezielt zu verdeutlichen, was da beim letzten Abendmahl und in der Eucharistie geschieht (eine Herausforderung, die auch viele Chancen mit sich bringt). Andererseits wird es Aufgabe der Kirche sein, Fehlinterpretationen und ideologischen Verzweckungen den Riegel vorzuschieben.

So. Und jetzt hab‘ ich Lust auf ein Schwenksteak und ein kühles Radler…

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8 comments

  1. Sehr geehrter Pfr. Leinhäuser,

    ich halte ihren Beitrag nicht nur für überflüssig (da nun ja entschieden ist, dass „pro multis“ wörtlich und in Treue zum Herrenwort übersetzt werden soll), sondern auch für nicht zutreffend.

    (Die kursiv gesetzten Textstellen sind Kommentare vom Blogautor)
    Sehr geehrter „Frischer Wind“,
    für „überflüssige“ Beiträge gibt es eine unkomplizierte Lösung: Einfach ignorieren. Glücklicherweise ist es eine gute Tradition der Kirche, dass man sich über Glaubensthemen austauscht und sie intensiv erörtert und diskutiert. Wäre es nicht so, gäbe es keine Theologie.

    Sie unterscheiden noch nicht zwischen der innewohnenden „Kraft“ des Erlösungsopfers („für alle“) und dem tatsächlichen (leider nicht von allen in Anspruch genommenen) „Nutzen“ bzw. der „Frucht“ des Opfers, von der der Herr an dieser Stelle spricht. Wohlgemerkt sind diese beiden Mengen nicht gleich groß.

    Ja, eine der wichtigsten Aussagen über Gott ist, dass er uns Menschen den freien Willen lässt. Das bedeutet logischerweise auch, dass jede/r Einzelne die Freiheit hat, das Geschenk der Liebe Gottes abzulehnen. Das ändert aber gleichzeitig nichts daran, dass Jesus am Kreuz für Alle gestorben ist (was die Kirche seit jeher glaubt und lehrt – und was Papst Benedikt in seinem Brief ausdrücklich betont).

    Deutlich führt das z. B. der „Römische Katechismus“ aus, der nach dem Beschluss des Konzils von Trient für die Pfarrer herausgegeben wurde (…).

    Wer sich ein klein Wenig in der Kirchengeschichte und in der Entwicklung der katholischen Theologie und Kirchenlehre auskennt, weiß, dass die Fundamente unseres Glaubens immer die gleichen waren und bleiben. Er weiß aber auch, dass sich der Focus mit der Zeit immer wieder verschiebt und ändert. Um nichts anderes geht es hier: Nach dem 2. Vatikanischen Konzil haben die Bischöfe vieler Länder sich entschieden, den Focus auf den Erlösertod Jesu für Alle zu legen. Das ist in völliger Einheit mit der Lehre der Kirche geschehen, was Papst Johannes Paul in seinem Schreiben am Gründonnerstag 2005 klar bestätigt.

    Statt also weiterhin eine falsche, unzutreffende Übersetzung der Kelchworte zu rechtfertigen zu wollen, wäre es zielführender, entweder dem von Papst Benedikt XVI. in seinem Brief dargelegten Wunsch nach entsprechenden Katechesen zu entsprechen oder aber – wenn Sie in Ihrer abweichenden Haltung verharren – sich gar nicht zu äußern, um die Gläubigen nicht unnötig zu verwirren oder zu desinformieren.
    (…)

    Die Übersetzung „für Alle“ ist weder falsch noch unzutreffend; sie wird sogar vom letzten und vom aktuellen Papst als absolut legitim bestätigt.

    Wer den Brief des Papstes wirklich liest (und sich nicht nur das herauspickt, was ins eigene Kirchenbild passt), sieht darin seine Weite.
    Wer wiederum meinen Artikel wirklich liest (und sich nicht nur …), wird erkennen, dass meine Haltung alles andere als abweichend ist. Er/sie wird auch gelesen habe, dass ich durchaus das „für Viele“ verwenden werde, sobald es im deutschsprachigen Raum eingeführt wird.

    Sehr geehrter „Frischer Wind“, der Brief des Papstes ist ein Lehrstück dafür, dass es einen theologischen Interpretationsspielraum geben darf und muss. Dem entsprechend nehme ich als Theologe und Priester das Recht war, meinen persönlichen Focus zu setzen und gleichzeitig darauf zu verweisen, dass auch ein anderer Focus wichtig und korrekt ist. Wenn ich mir Ihren Kommentar (und die Äußerungen manch anderer Mitchristen) ansehe, habe ich das ungute Gefühl in der Magengegend, dass Sie (wiederum im Gegensatz zu dem, was Papst Benedikt schreibt), sich auf die eine Interpretationsmöglichkeit festlegen und die andere als „ungültig und falsch“ abstempeln.
    Die Einschätzung darüber, welche der beiden Verhaltensweisen die „katholischere“ ist, mag ich jetzt mal offen lassen.

    1. Aus aktuellem Anlass nochmal der Hinweis:
      Ja, ich nehme mir das Recht, nicht alle Kommentare zu veröffentlichen. Weil ich nicht bei jedem Kommentar die Zeit (und manchmal auch einfach keine Lust) habe, eine Antwort zu schreiben.

      Bisweilen veröffentliche ich Kommentare auch deshalb nicht, weil sie entweder
      a) keine neuen Argumente bringen,
      oder b) ich den Eindruck habe, dass es dem Diskussionspartner nicht wirklich um einen offenen Austausch von Argumenten geht.

      Wenn ich zudem den Eindruck gewinne, dass ein Diskussionspartner meint, über meine Rechtgläubigkeit urteilen zu müssen (oder darüber, ob und wie fromm, gehorsam & theologisch (in)kompetent ich sei), ist die Diskussion für mich beendet.

      1. Sehr geehrter Pfr. Leinhäuser,

        zu a) Die Argumente, die sich in meinen Kommentaren finden, habe ich auf Ihrem Blog noch nicht entdeckt. Sie dienten also einem offenen, ehrlichen Dialog.

        zu b) Sollten Sie den von Ihnen hier geschilderten Eindruck von mir haben, kann ich Ihnen versichern, dass es mir einzig und allein um diesen offenen Austausch von Argumenten geht.

        Ebenso kann ich Ihnen versichern, dass ich mir keineswegs ein Urteil über Ihre Rechtgläubigkeit erlaube, auch nicht darüber, wie fromm, gehorsam oder theologisch (in)kompetent Sie sind. Sollte dieser Eindruck entstanden sein, tut mir das aufrichtig leid.

        Mir ist es ehrlich gesagt völlig egal, wie rechtgläubig, fromm usw. Sie sind. Ich gehe lediglich von dem aus, was Sie auf Ihrem Blog veröffentlichen. Dass ich hierzu evtl. eine andere Sicht vertrete, ist ein Recht, das Sie mir wohl kaum absprechen werden. Meine Sicht der Dinge und meine Argumente mitzuteilen, ist ebenso mein gutes Recht und geradezu (jedenfalls meiner Meinung nach) die Voraussetzung für einen fruchtbaren Dialog um in Weisheit und Erkenntnis zu wachsen (und immer tiefer in die Wahrheit einzudringen).

        Ich bitte Sie, eine andere Meinung anderer nicht als persönlichen Angriff auf Ihre Person zu werten. Ich jedenfalls habe absolut nichts gegen Sie persönlich; ich kenne Sie ja gar nicht.

        Selbstverständlich steht Ihnen völlig frei, was Sie auf Ihrem Blog veröffentlichen. Sicher aber werden Sie die Enttäuschung derer verstehen, deren Kommentare Sie nicht einstellen. Und Sie werden verstehen, dass ich in diesem Falle nicht umhin konnte, diesen Dialog meinerseits auf meinem Blog öffentlich zu machen. Gerne lade ich Sie ein, sich weiterhin an der Diskussion auf meinem Blog zu beteiligen:

        http://frischer-wind.blogspot.de/2012/05/grillsaison-oder-blut-des-neuen-und.html

        Mit freundlichen Grüßen
        Frischer Wind

        1. Genau. Auch mir geht es um eine gute Art und Weise des Dialogs – und darum, „immer tiefer in die Wahrheit einzudringen“, wie Sie schreiben.

          Darum habe ich in meinen Blogposts darauf verwiesen, dass Papst Benedikt klar hervorhebt, dass es hier nicht um eine inhaltliche Verschiebung der Aussage geht. Dass Christus für alle gestorben ist, bleibt eine klares Statement der Kirche.
          Dem Papst geht es um eine Vereinheitlichung der Übersetzung. Der Focus liegt nun auf der theologisch ebenfalls sehr gut begründeten Aussage, dass nicht alle dieses Geschenk Gottes annehmen, sondern nur „viele“.

          Nichtsdestotrotz bin ich der Meinung (wie ich auch deutlich gemacht habe), dass ich die „neue alte“ Übersetzung in der deutschen Sprache für schwierig halte. Übersetzungen aus fremden Sprachen bringen immer ein Stück Interpretation mit sich – selbst wörtliche Übersetzungen. Genau darum ist es Aufgabe der Theologie, die Bibel wissenschaftlich und korrekt auszulegen. Genau darum legt der Papst dar, dass beide im Raum stehende Aussagen inhaltlich korrekt sind.
          Genau darum reagiere ich verschnupft, wenn ich sehe, dass in manchen Kommentaren und Äußerungen die „Rechtgläubigkeitskeule“ geschwungen wird.

          Die Diskussion dreht sich nicht um „richtig oder falsch“, wie manche offensichtlich meinen, sondern darum, welche Übersetzung die Sinnvollere ist. Hier komme ich zu einer anderen Einschätzung als der aktuelle Heilige Vater und stimme mehr den (bereits zitierten) Aussagen des seligen Johannes Pauls II. zu.

          Wer mich deswegen nun in eine Schublade stecken will, möge das tun.

  2. Lieber Vaticarsten,
    danke für die tolle Erläuterung des „pro Multis“ im Blog!! Ganz wesentliche Fragen, die meinem Eindruck nach viele bewegen, sind darin ganz verständlich und wunderbar in die „Alltagswelt“ übersetzt aufgegriffen!! So eine Sonntagspredigt würd ich mir mal wünschen – gefällt mir!!;-)

  3. Vielen Dank für die Erläuterungen!
    In Christologie debattieren wir gerade darüber auf eine sehr einseitige (und emotionale) Weise (die mich in gewisser Weise scohn etwas „anwidert“), sodass ich deine abwägende und „unemotionale“ Art sehr erfrischend finde. Eben Katechese….so wie es B XVI auch fordert.

    Danke dafür!

  4. Ich danke Ihnen für die anschauliche und verständige Erläuterung und möchte Ihnen meinen Respekt dafür aussprechen, dass Sie – der Sie hier mit Namen und Bild auftreten – sich so ernsthaft mit Menschen auseinandersetzen, die sie aus der Anonymität heraus angreifen.

  5. Lieber Carsten,

    vielen Dank für Deine saarländische Übersetzung !
    Ehrlich gesagt blieb mir die Luft weg, als ich die Ausführungen unseres Papstes Benedikt gelesen (und nicht verstanden) hatte.
    Als Kind wurde ich von Mengenlehre nicht verschont. Ich hab keine klare Vorstellung von dem Wörtchen ‚viele‘, weil ‚viele‘ manchmal garnich viele sind, sondern arg wenige sein können. Frag mal jemand, der bei der theoretischen Führerscheinprüfung wegen vieler Fehler durchgefallen ist. Viele – das ist relativ / subjektiv. Klar ist nur (außerhalb des schönen Saarlandes): Viele sind nie alle. Und: ‚viele‘ sind deutlich weniger als ’sehr viele‘. Deswegen hab ich so meine Schwierigkeiten mit ‚pro multis‘. Meine größte Schwierigkeit war aber: mir selber einzugestehen, dass ich oft weit weg bin von Jesus, der sein Blut für alle hingibt zur Vergebung der Sünden. Echt alle. Wirklich alle???
    ‚FÜR ALLE‘: Ich hörte es vielfach, ohne zu merken, dass meine Kleingläubigkeit oft nicht wirklich ‚für alle‘ glaubt.
    Meine persönliche Wende passierte erst vor kurzem in Trier (bevor ich die ‚pro multis‘-Diskussion mitbekam) beim Pilgergebet der Heilig-Rock-Wallfahrt: Jesus Christus, Heiland und Erlöser, erbarme dich über uns und über die ganze Welt. Gedenke deiner Christenheit und führe zusammen, was getrennt ist.
    Die ganze Welt, tout le monde, das sind wirklich alle.
    Und nun also für mich durchaus auch mal „fa escht viele Leit“, dass känner dorschdisch bleiwwe muss. Uff, was bin isch froh -isch als Pälzer-, dass es so e schääni Ausdrucksweis uff sarännerisch gebbt.

    ’n herzlische Gruß aus Schifferstadt !

Dein Senf...