Zum Geburtstag von Frère Roger Schutz

frere roger und johannes paul 2Am Donnerstag ist er 90 Jahre alt geworden: Frère Roger. Die Sueddeutsche schreibt einen Artikel zu diesem Anlaß – eine Hommage. Dem ist nicht viel hinzuzufügen.

Oder doch: Zweimal hatte ich Gelegenheit, kurz mit Frère Roger zu sprechen (naja – ein, zwei Sätze, mehr nicht), ihm in die Augen zu sehen und mich von ihm segnen zu lassen. Dieses Erlebnis kann ich nicht in Worte fassen! Es heißt immer, man solle im nächsten Christus erkennen. Daß diese Aufgabe ein steiniger Weg ist, wissen alle, die es versucht haben. In den Augen des alten, zerbrechlichen Mannes aus Taizé habe ich es „geschafft“. Mehr noch: Christus hat mir in die Augen gesehen. Von Herz zu Herz.

Ich kann nicht an Frère Roger denken, ohne daß mir Johannes Paul II. in den Sinn kommt. (Und umgekehrt.) Da gibt es soviele Gemeinsamkeiten. Vor allem: Es sind Glaubenszeugen, die mich tief beeindrucken. Die mich überzeugt haben und immer noch überzeugen. Vor allem sind es zwei Felsen, an denen ich mich festklammere, wenn mir das ganze Chaos, das Dunkel und die Wirren im „Kellergeschoß“ der Kirche den Atem raubt.

P.S.: Frère Roger zum Tod von Johannes Paul II.

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14 comments

  1. Lieber Carsten!

    Vielen Dank für den lieben Kommentar in meinem Blog! Freut mich, dass er Dir so gut gefällt! Und danke für’s Verlinken!

    Liebe Grüße,
    Petra

  2. Servus Kurskollege!
    Fand deinen Artikel zu Frère Roger echt gelungen! Ich war jetzt einige Male schon in Taizé. Die letzte Zeit immer mit Jugendlichen. Wenn man sie nach der Fahrt gefragt hat, was sie am meisten beeindruckt hat, dann waren es zwei Sachen: das Freitagsgebet am Kreuz und die Ausstrahlung von Frère Roger! Viele haben sich von ihm segnen lassen und schwärmen heute noch von seinem Lächeln! Und außerdem: Es gibt niemanden, der den Namen „Jesus Christus“ so schön nuschelt wie er!
    Mach´s gut, Steffen

  3. Auch ich bin diverse Male mit Schülern in Taize gewesen und habe mich von Frere Roger segnen lassen. Es war ein wichtiges Ereignis für mich.
    Ich empfinde tiefe Trauer, nachdem ich soeben von seinem Tod erfuhr.

  4. Ich habe vorhin bei Phönix und dann bei NTV vom Tod des Frère Roger erfahren, genau an jenem Tag, an dem der WJT 2005 in Köln eröffnet wurde. Es ist ein absurder Tod, durch eine psychisch kranke Frau im Alter von 90 Jahren während eines Abendgebetes niedergestochen zu werden. Mit Frère Roger stirbt einer der ganz großen christlichen Lamas des 20. Jahrhunderts. Ich habe ihn beim Kommunionempfang anlässlich des Papst-Requiems im Fernsehen gesehen. Da hat kaum einer der in theologischen Dingen eher ungebildeten deutschen Journalisten die Sensation verstanden, die sich da am Sarg Johannes Pauls II. ereignete – wenn es denn eine war: ein prominenter Protestant geht vor den Augen der Welt in einer katholischen Messe mit zur Kommunion, die er aus den Händen des Großinquisitors empfängt, der kurz danach Papst wird. Aber war das so? Gerüchtehalber hieß es schon länger, Roger Schutz sei in aller Stille seit einiger Zeit zum Katholizismus konvertiert. Wie auch immer: jenseits konfessionalistischer Kleingeisterei war er ein Heiliger der universalen Kirche Jesu Christi, und sein Tod ist für uns einfach nur ein weiteres Kapitel „Weltverarmung“. Mit ihm ist einer der bedeutenden Impulsgeber für eine Alternative zur tatsächlichen europäischen Geschichte des 20. Jahrhunderts gestorben. Das macht traurig. – Andererseits: Wenn in Taizé in den kommenden Tagen nach den Gebeten applaudiert würde, wäre das beileibe kein Plagiat.

  5. Ich komme ganz erfuellt vom Weltjugendtag in Bonn und Koeln, wohin ich meine vierzehnjaehrige Tochter begleiten durfte und lese fassungslos
    unter Traenen vom butigen Tod dieses heiligen Mannes. Ein Leben lang habe ich die Geschichte der Brueder von Taise verfolgt und mit Begeisterung Taise-Gottesdienste gefeiert. Jetzt hat auch er seinen Mehmet Ali Agca gefunden und ist zum Herrn gegangen. Heilger Roger Schutz, bitte fuer uns bei Gott dem Allmaechtigen, in dessen Naehe Du jetzt Aufnahme gefunden hast. Amen.

  6. So richtig glauben kann und will ich das nicht.
    Da überlebt jemand in jungen Jahren den ersten und zweiten Weltkrieg, baut etwas derartig fantastisches auf, wird selten krank und sogar 90 Jahre alt und dann sowas.
    Es war ein großartiges Erlebnis für mich, als ich im Sommer 2003 für eine Woche in Taizé war. Das erste Mal in meinem Leben, dass mir Kirche so etwas wie ‚Freude‘ machte (und das von einer Atheistin).
    Frere Roger war grundsätzlich bei wenigstens einem, wenn nicht sogar zweien der drei Gebetszeiten anwesend. So wie auch etwa 2000 der bis zu 6000 Besucher. Und die einzige Möglichkeit, Frère Roger zu sehen, ist für sehr viele Besucher eben nur während einer dieser Gebetszeiten..
    Unfassbar..

  7. Roger Schutz – schutzlos hat er auf eine bestimmte Art und Weise gelebt, darin lag seine Lebendigkeit und Kraft. Damit hat er jungen Menschen auf der Suche nach Gott seit 2 Generationen einen Ort für ihre Fragen gegeben. Ohne die Kommunität von Taizé wäre Europa ärmer. Er und seine Brüder haben unendlich wichtige Impulse in Richtung Einheit der Kirche und christliche Spiritualität gegeben. Warum gibt es Menschen, die dies nicht sehen oder nicht ertragen können?
    Allen Brüdern von Taizé sei Dank, insbesondere ihm, dem Begründer, für sein Beispiel. Ich fühle mich mit ihnen in tiefer Trauer verbunden. Möge die Saat, die er gelegt hat, trotz dieses Verbrechens, weiter aufgehen und Früchte bringen.

  8. Menschen treten in unser Leben
    und begleiten uns eine Weile.
    Du aber bleibst für immer,
    denn Du hinterlässt Spuren
    in unseren Herzen.

    Ja, unser lieber Frère Roger, der Inbegriff für Liebe, Friede und Güte hinterlässt in jedem, der ihm einmal begegnet ist, seine Spuren. Wir werden ihn nie vergessen.

    Manu

  9. ich bin noch immer ganz schockiert und erschüttert von der Nachricht des gewaltsamen Todes von Frère Roger. Seit ich im Jahr 1969 zum ersten Mal in Taizé war, war diese Gemeinschaft meine geistige Heimat. Roger Schutz und seine Arbeit mit den anderen Brüdern hat mich zutiefst beeindruckt und beeinflusst.In was für einer verrückten Welt leben wir doch!
    Frère Roger ist in seiner ewigwn Heimat angekommen, ich bin sicher, dass er weiterhin unter uns ist und uns beschützt.

  10. Durch Zufall erfuhr ich durch einen Fernsehbericht über den Weltjugendtag auch vom Tod Frere Rogers. Ich glaubte erst, micht verhört zu haben, bis ich durch die Taize-Web-Seite im Internet diese erschütternde Wahrheit bestätigt sah. Ich bin sehr traurig, dass er auf diese Weise sterben mußte. Schon als Jugendliche waren wir mehrfach in Taizé und ließen uns in unserem Alltag von Taizé inspirieren. Ich wollte eigentlich mit meinen Kindern mal im Frühling nach Taizé, und Frere Roger begegnen dürfen. Aber wie schade, dass es nun dafür zu spät ist. Trotzdem werden wir fahren.

  11. Am very saddened by the untimely death of Roger Schutz.
    God keep his ideals and inspiration alive and bless the Taize community.
    August 19 2005
    Pasadena California.

  12. Danke für eure Anteilnahme und die unzähligen Emails, in denen ihr euch traurig und bestürzt über den Tod von Frère Roger äußert. Da kann ich nicht mehr viel neues dazu sagen…

  13. „Untimely death“ mit 90, wohl schwerlich?
    Aber die Art & Weise, wie ihm zu diesem „Heimgang“ verholfen wurde, ist natürlich erschütternd. Und genau das mag mit die Absicht des Herren über Leben & Tod gewesen sein : Fr. Roger wollte ja IHM nachfolgen – auch in der Art des Sterbens -und genau das ER ihm gestattet. Wir tun gut daran, das Sterben (egal von wem) nicht immer nur aus der Perspektive der Zurückbleibenden zu sehen.

  14. Du kannst Tränen vergießen, dass er gegangen ist
    Oder Du kannst lächeln, weil er gelebt hat.

    Du kannst Deine Augen schließen und hoffen dass er wiederkommt.
    Oder Du kannst sie öffnen und sehen, was von ihm geblieben ist.

    Dein Herz kann leer sein, weil Du ihn nicht mehr sehen kannst.
    Oder es kann voll der Liebe sein, die er für Dich und Andere hatte.

    Du kannst dem Morgen den Rücken drehen und im Gestern leben
    Oder Du kannst dankbar für das Morgen sein, eben weil Du das Gestern gehabt hast.

    Du kannst immer nur daran denken, dass er nicht mehr da ist
    Oder Du kannst die Erinnerungen an ihn leben und weiter wirken lassen.

    Du kannst weinen und Deinen Geist verschließen, leer sein und Dich abwenden.
    Oder Du kannst tun, was er wünschen würde:
    Lächeln, die Augen öffnen, lieben und weitermachen…

Dein Senf...