3 comments

  1. Das Lied besitzt zweifelsohne seine Qualitäten, doch erfüllt es nicht im geringsten die Kriterien, die im Vorfeld des Wettbewerbs zur WJT-Hymne gestellt wurden. Am aufälligsten ist die Verwendung von lediglich zwei Sprachen (Deutsch und Latein) anstatt der gefoderten fünf (Englisch, Französischh, Spanisch, Iatlienisch und Deutsch). Der Aspekt der auch sprachlichen Zusammenkunft wird damit völlig ausgeklammert. Die Lösung, das Lied in die fehlenden Sprachen zu übersetzen, klingt nach einer (für mich unbefriedigenden) nachträglichen Maßnahme, um diese „Ungereimtheit“ aus der Welt zu schaffen. An der Qualität dieses Textes soll dies aber keine Kritik sein. Ferner sollte das Lied ein gewisses deutsches Idiom in Klang und Machart verkörpern. Spätestens der Refrain in bester „König-der-Löwen-Manier“ dürfte das Gegenteil beweisen, ganz zu schweigen von den Gesangseinwürfen des teils völlig undurchsichtig gesetzten Chores. Drittens sollte das Lied mit einfachsten Mitteln aufführbar sein. Ich habe mich selbst am Klavier in einfacher Pop-Stilistik begleitet… Es kann an meiner Unfähigkeit liegen, aber nach meinem Erachten lebt dieses Lied aus dem vorliegendem Arrangement und nicht aus sich selbst heraus. Damit kommen wir viertens zu dem Punkt, dass das Lied auch von weniger musikalisch Gebildeten problemlos gestaltet werden können sollte. Gerade die durch den Allabreve-Takt bedingte, geradezu synkopenschwangere Melodik wird das Gegenteil bewirken. Eine in den Strophen sich ändernde melodische Linie, eine komplexere formale Anlage sowie die plumpe, an Dieter Bohlen erinnernde Modulation zum Schluss tun das Übrige…
    Letztlich bitte ich noch einen Blick auf die Rechteinhaber des Liedes beim Link unter http://www.edition-gl zu werfen. Irre ich mich, lese ich da etwas falsch oder musste man im Vorfeld nicht alle Rechte an das WJT-Büro abtreten???
    Ich will mit dieser Kritik das Lied nicht schlecht machen; es ist gut, doch andererseits auch ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich an die offiziellen und sehr hohen Anforderungen des Wettbewerbs zur WJT-Hymne gehalten haben.
    Thomas

  2. Ich muss leider Thomas zustimmen. Auch ich bin masslos enttäuscht. In dem Beitrag von ‚Vatican Radio Young Radio‘ kann man trotz des schönfärberischen Beitrages merken, welche Probleme das Lied beinhaltet…

  3. Auch ich muss euch (leider) zustimmen. Hatte mich riesig auf ein tolles WJT-Lied gefreut, bin aber ebenso enttäuscht worden. Sicherlich hat der Refrain des Liedes einen gewissen Ohrwurm-Charakter, das alleine reicht aber nicht, um eine WJT-Hymne zu schaffen. Die von Thomas formulierten Kritiken an der musikalischen Umsetzung des WJT-Mottos kann ich voll nachvollziehen. Der Autor (Linßen?) hat in einem Radio-Beitrag gesagt, dass das Lied gitarrenfreundlich sei. Bin selbst (kein schlechter will ich meinen) Gitarrenspieler und muss leider zugeben, dass ich das Lied erst nach mehrmaligem Üben auf dem Keyboard (um überhaupt zu verstehen, was dort auf dem Notenblatt steht) richtig spielen konnte. Wie das mit Jugendgruppen und den Gästen im August klappen soll, bleibt abzuwarten.

    Die Rechte-Vergabe am Stück ist auch ein Thema für sich. Hatte das Lied als MP3-Direct-Link auf unsere lokale WJT-Seite gesetzt, bekam ziemlich genau einen Tag später einen ziemlich direkten Brief vom Lied-Autor, ob ich den GEMA bezahlt hätte und ansonsten bitte den Link entfernen sollte. Nun stellt sich die große Frage: Gibt es dieses Lied hier um Geld zu verdienen?!? Ich denke, eine Hymne ist doch dafür da, dass möglichst viele Menschen auf der ganzen Welt möglichst schnell dieses Lied kennenlernen (und zwar ganz; der kurze Schnipsel des Refrains ist da wenig ansprechend!), oder?

    In diesem Sinne bleibt abzuwarten, wie die weiteren Reaktionen sind. Zu ändern ist diese „Hymne“ sicherlich nicht mehr. Vielleicht ist das WJT-Lied aus 2002 „The light of the world“ ja die heimliche Hymne (analog zu Katholikentagen, die „Hymne von unten“). Dieses Lied wird der Vokabel „Hymne“ jedenfalls gerecht!

Dein Senf...