Es hat sich was verändert.

In den letzten Wochen hat sich – langsam und zunächst kaum spürbar – ein Gefühl bei mir eingeschlichen, das lange unter einem schweren Misthaufen voller Frust, Enttäuschung, Trauer und Wut begraben war. Dieser Haufen ist nicht weg. Er ist immer noch da. Und er stinkt zum Himmel. Irgendwie scheint er jedoch auch als eine Art Dünger zu wirken: Da wächst was. Etwas Gutes. Etwas, das mir gestern bei einem überfüllten, dichten und wunderbaren Mittagesgebet bewusst geworden ist…

Da ist Freude. Mut. Lust. Energie. Bewegung.
Es brodelt, zischt, dampft. Und obwohl es diese Tage sau-anstrengend ist; obwohl ständig etwas passiert; obwohl das Hamsterrad im roten Bereich rotiert (#72h, #bdkjdv), macht es gerade total viel Spaß in dieser an allen Ecken knirschenden Kirche zu arbeiten!

Woher kommt diese Freude, diese Lust?
Sie kommt daher, dass mir in den letzten Tagen und Wochen ununterbrochen Menschen – vor allem Frauen – begegnen, die von ihrem Glauben erzählen! Von ihrer Hoffnung. Von dem, was sie bewegt, besorgt, erschüttert. Von dem, was sie antreibt. Von ihrer Liebe zur Frohen Botschaft und von ihrer Beziehung zu Jesus Christus.

Für mich ist Maria 2.0 kein „Streik gegen die Kirche“, wie manche die Aktion beschreiben. Ganz im Gegenteil: Ich erlebe diese Initiative als einen echten geistlichen Aufbruch. Als ein tiefes Eintauchen in die Frohe Botschaft. Als ein gemeinsames Ringen um die Frage nach dem Willen Gottes für uns als Kirche und für jeden Einzelnen. Als eine Bewegung, die mit Herz und Verstand – im Beten und Diskutieren dem Geist Gottes auf der Spur ist.

Á propos „Geist Gottes“: Ja, ich verstehe (bis zu einem gewissen Punkt sogar recht gut), dass diese Bewegung manchen Mitchrist*innen Angst macht. Denn wenn der Hl. Geist erst mal so richtig weht, bringt das die Gefahr mit sich, dass er unser Kirchen- und Weltbild durcheinanderbringt. Der feste Boden beginnt zu wanken. Es wird unbequem, weil mancher bisher sicher scheinende Halt wegzubrechen droht. Das verunsichert und führt bisweilen dazu, dass man sich umso mehr festzuklammern versucht. Einige werden aufgrund ihrer Unsicherheit aggressiv und stemmen sich mit aller Macht gegen den Wind. Im guten Glauben, damit die „Fundamente des Glaubens“ zu sichern. Da möchte ich an Jesus erinnern, der den Jüngern im Sturm zuruft „Wo ist Euer Glaube?“ – und der immer wieder sagt „Habt keine Angst!“

Euch Frauen (und Männer), die ihr Maria 2.0 unterstützt, möchte ich aber vor allem um eins bitten: Macht weiter! Hört nicht auf, uns von Eurem Glauben zu erzählen. Von Eurer Sehnsucht, Jesus nachzufolgen und die Kirche aufzubauen.

Und ganz egoistisch: Ihr sorgt dafür, dass es mir gerade total viel Spaß macht, mich in dieser Kirche zu engagieren. Ich brauch‘ Euch. Danke!

#maria20 #ultreia #ichwiderspreche weil #ichglaube