20130811-141801.jpgDie nächsten 23 – 24 Stunden werde ich mit Warten und Reisen verbringen. Vor allem mit Warten: Heute Morgen auf’s Taxi, das mich von der Ipanema zum Flughafen gebracht hat. Jetzt im Sicherheitsbereich auf’s Boarding in knapp anderthalb Stunden. Dann steht eine Ehrenrunde an: Von Rio geht’s in das knapp 400km südlich gelegene São Paulo. Von dort aus (nach einer fünfstündigen Wartezeit) hoch über Rio zurück nach Frankfurt. Zum Schluss per Bahn und Auto weiter nach Waldsee.
Auch die Zeit, in der ich in Bewegung bin, besteht vor allem aus Warten. Warten auf’s Ankommen.

Hier in Brasilien habe ich gelernt, geduldiger zu werden. Gelernt zu akzeptieren, dass es im Leben nicht immer pünktlich und schnell vorwärts geht. Und ich habe gelernt, dass das Warten eine eigene Qualität hat.

Wenn ich mich auf’s Nichtstun einlasse, den Druck rausnehme, werde ich selbst ruhig. Die Gedanken können ungehindert ihren Weg durch die Gehirnwindungen suchen, weil sie durch nichts abgelenkt werden. Erinnerungen, Bilder und Gefühle kommen und gehen.

Das Warten wird zum Gebet, in dem ich mich mit Gott über das Erlebte austausche – ganz ohne Worte.

Abraços e ficam com Deus.