Tag 21: Müde und zufrieden

20130808-210500.jpgDer Wecker muss sich von Tag zu Tag mehr anstrengen, mich zu wecken. Nach 21 Tagen in Brasilien macht sich der Schlafentzug zunehmend bemerkbar. Zudem wollen unzählige Eindrücke verarbeitet werden.

Da kommt der Körper schon mal an seine Grenzen: Neben unzähligen Moskitostichen hatte ich in den letzten Tagen eine ordentliche Erkältung, die Dank Brasilianischer Powermedizin aus der Apotheke wieder abgeklungen ist. In Tocantins hatte ich zudem zwei Tage lang Wasser in den Füßen. Man wird halt doch so langsam alt…

Bevor meine liebste Mutter jetzt den Herzkasper bekommt – eine Entwarnung: Alles ist gut. Selbst bei einem recht großen Teil unserer Weltjugendtagsteilnehmer/innen hat die Belastung durch die vielen Eindrücke etc. zu allerlei körperlichen Reaktionen geführt. Ich habe noch nie so viele Gespräche unter jungen Menschen über Verdauungsprobleme und dergleichen gehört, wie hier. Nähere Details erspare ich der geneigten Leserschaft ;-).

Nachdem ich mich also aus dem Bett gequält habe, wurde der Tag recht gemütlich: Cafézinho, Pão de Quejo und frische Papayas mit Paulo; ein Besuch mit noch mehr Cafézinho und Pão de Quejo auf der kleinen Fazenda von Elzio; Mittagessen mit Paulo. Danach ein kleiner Verdauungsschlaf. (Notiz an mich selbst: Ab Ankunft in DLD > Diät!)

Der Abschied war brasilianisch wie immer: Voller Freude, Dankbarkeit und Schmerz.

Bei der Rückfahrt nach Belo Horizonte konnte ich endlich auch die atemberaubende Landschaft genießen (auf der Hinfahrt war ja alles stockdunkel).

Mit dem Genießen war es dann allerdings ab den Vororten von Belo Horizonte vorbei. Dicht gedrängter, wilder brasilianischer Verkehr. Autos, LKW’s, Menschen, Hunde und Pferde – alle waren gleichzeitig auf der Straße. In der Stadt selbst weiß man manchmal gar nicht mehr so recht, ob man gerade durch eine Favela fährt oder nicht…

Das Ziel – die Comunidade Kolping de Minas Gerais – habe ich dann tatsächlich gefunden. Die Sekretärin des recht großen Gebäudekomplexes hat mich freundlich empfangen und mich rumgeführt.

Hier finden jede Menge Schulungsmaßnahmen statt: Vom Krankenpflegekurs über Englisch- und Spanischkurse, Computerkurse etc. bis hin zu Kooperationen mit großen Firmen, die Jugendliche für den Arbeitsmarkt fit machen.
Zum Schluss führt mich die nette Dame auf’s Dach, von wo aus ich einen einzigartigen Ausblick über die Millionenstadt Belo Horizonte genießen kann.

Morgen früh muss sich der Wecker wieder anstrengen: Um 04.00 muss ich aufstehen und das Auto zum Flughafen fahren. Der liegt am anderen Ende des Städtchens. Schlappe 50km…

Abraços e ficam com Deus.20130808-210509.jpg

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