Exerzitien (und die EM)…

Franziskus-Kreuz (Ausschnitt)
7 Tage ignatianische Exerzitien. Das heißt: Einfach mal die Klappe halten! Kein Handy, keine Mails, keine Termine. Hören, statt labern. Ganz intime und private Zeit nur für Gott und mich.
Worüber wir „geredet“ haben? Das bleibt zwischen uns. Das wissen nur Gott & ich (und die Zecken, die mein saarländisches Blut über alles lieben 😉 ). Nur soviel: Es lohnt sich, die Zeit für die Beziehungspflege zu investieren…

Ein paar Dinge möchte ich Euch aber doch berichten:

1.) Die Gegend: Etwa 50km von Klagenfurt entfernt liegt St. Andrä, ein kleiner Wallfahrtsort im Lavantal (Kärnten). Im 20km entfernten Slowenien kann man übrigens günstig tanken…

2.) Das Haus: Ich war Gast im „Haus der Einkehr“ – einem Exerzitienhaus der Österreichischen Jesuiten. Das ehemalige Schloss liegt abseits vom Ort in den Bergen. Die Zimmer sind einfach aber gemütlich. In jedem der Hauptgebäude gibt es eine Kapelle, bzw. einen schlichten Meditationsraum mit Tabernakel. Faszinierend sind die orthodoxen Ikonen, die an jeder Ecke zu finden sind (es werden auch Ikonenmalkurse angeboten). Zum Wandern gibt es eine Menge Natur rund ums Haus – aber Achtung: Die Zecken sind sehr anhänglich…

3.) Das „Programm“: Ich habe an typischen ignatianischen Einzelexerzitien teilgenommen: Vier einstündige Schriftbetrachtungen am Tag, ein Gespräch mit dem Exerzitienbegleiter. Ansonsten waren die Tage durch die Essenszeiten und die gemeinsame Feier der Eucharistie strukturiert. (OK, ich geb’s zu: Und durch die Zigarettenpausen zwischendurch).

4.) Das Essen: Ist ganz wichtig in Exerzitien… Es gibt Österreichische Küche mit vielen regionalen Produkten. Meist vegetarisch – aber so gut, daß selbst ich als „Fleischfresser“ ordentlich gefuttert habe. Nur eins bleibt mir schleierhaft: Warum essen die Österreicher andauernd Nachtisch als Hauptspeise??? (Die lieben scheinbar alles, was süß ist…)

Was noch? Ach ja – da war doch noch die EM 😉 … Ich bin schon am Sonntag losgefahren und habe mir Abends das Spiel Deutschland-Polen auf einer Großleinwand im Dorf angesehen. Habe allerdings nur ganz leise gejubelt, da ich der einzige Deutsche unter einer Horde von Österreichern und Polen aus Krakau war. Auf dem Rückweg bin ich durch Klagenfurt gefahren, das in diesen Tagen einer Festung gleicht. Ist aber ’ne echt schöne Stadt.
Und weil’s grad so schön war, habe ich auch noch einen kleinen Umweg über Südtirol gemacht: Viel Landstraße und wunderschöne Pampa. Die 850km lange Rückfahrt hat gemütliche 11 Stunden (mit viel Pausen) gedauert und mir einen sagenhaften Verbrauch von 5,14l Diesel beschert. (Normalerweise schluckt meine Karre locker mal anderthalb bis zwei Liter mehr…)

Ein paar Fotoeindrücke der Woche findet Ihr hier…

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1 comment

  1. Das ist eine gute Gegend, ich bin lange Zeit dort in den Urlaub mit meinen Eltern gefahren, solange ich Kind war.
    Gerade St. Andrä erinnert an Karl Rahner. Nebenan ist das große Kloster St. Paul. Im Lavanttal mit seinr großartigen Bibliothek.
    Dort läßt es sich gewiß auch innerlich gut einkehren.
    Ja, nur einem sollte man Vorsicht walten lassen: Die Lavanttaler haben einen zu guten Obstwein, Schilcher genannt.
    Ich kann nur sagen, das war gut gewählt, wäre auch was für mich gewesen.

Dein Senf...