Die Beerdigung von Papst Johannes Paul II. Gegensätze prallen aufeinander:
Der schlichte hölzerne Sarg auf der einen Seite – eine dreistündige Feier mit Millionen Menschen aus und in aller Welt auf der anderen Seite. Tränen und Trauer werden mit Jubelrufen und minutenlangem Klatschen begleitet. Friedliche Menschen werden von Scharfschützen und Flugabwehrraketen geschützt. Präsident Bush sitzt nur wenige Meter entfernt von der „Achse des Bösen“. Junge und alte Menschen sind gekommen. „Konservative“ und „Progressive“. Christen und Nichtchristen.

Zeichen des Widerspruchs:
Johannes Paul II. war ein „Querkopf“ – und das ist einer der Gründe, warum ich ihn verehre: Er ließ sich nicht in eine Schublade stecken. Mal schüttelten die „Konservativen“ voller Unverständnis den Kopf, mal schrien die „Progressiven“ auf.
So höre ich sie auch jetzt schon wieder rufen: „Ein pompöser Machtaufmarsch der Kirche!“ „Die Heilige Kommunion für einen Protestanten (Roger Schutz) – Ketzerei!“ „Man kann doch nicht ausgerechnet diesen Papst schon jetzt einen Heiligen nennen!“ „Wie kann man bei einer Beerdigung nur klatschen!„…

Die Ereignisse rund um den schlichten Holzsarg sprechen eine andere Sprache: Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß. Nicht nur richtig und falsch. Nicht nur rechts und links, katholisch und un-katholisch.
Und das ist auch die Botschaft von Johannes Paul II.: Schaut auf Christus! Er hatte eine klare und eindeutige Linie. Und doch hat er immer zuerst auf den Menschen geschaut, statt vorschnell ein Urteil zu fällen.
Wann begreifen wir das endlich: Die frommen Katholiken wie die Kirchenkritiker, die „Konservativen“ wie die „Progressiven“?!

Und um ehrlich zu sein: Die Spruchbänder der Gläubigen in Rom sind mir gar nicht mal unsymphatisch: „Santo subito!“ – Danke, Heiliger Vater!