Jugendpastoral im Bistum Speyer

bdkj-speyerWie sieht die Jugendpastoral im Bistum Speyer aus? Welche Chancen und Schwierigkeiten hat sie? Wo gibt es Ansprechpartner und Hilfestellung?
Ein dreitägiges Seminar in Bad Dürkheim und Speyer gab den künftigen Seelsorgern des Pastoralkurs 2004 (3 Priesteramtskandidaten und 5 angehenden PastoralreferentInnen) einen Einblick in die Jugendpastoral.

Mit bischöflichem Auftrag wird die Jugendarbeit in unserem Bistum vom BJA (Bischöflichen Jugendamt) und den Verbänden des BDKJ (Bund der deutschen katholischen Jugend) gestaltet. BJA und BDKJ sehen ihren Auftrag dabei vor allem als einen diakonischen Dienst an den Jugendlichen: Statt sie mit Anforderungen zu konfrontieren („Ihr müsst…“) versucht man, Jugendliche mit ihren Sorgen, Ängsten und Lebenseinstellungen ernst zu nehmen.

„Evangelisierung“ geschieht hier nicht an erster Stelle durch explizite Verkündigung des Wortes Gottes, sondern durch das gemeinsame Tun: Jugendliche erfahren unter dem Dach der Kirche Gemeinschaft, haben Spaß miteinander und lernen soziales Engagement. In den Gruppen entsteht so eine Vertrauensbasis, die es überhaupt erst ermöglicht, daß sie sich über ihren Glauben austauschen und Fragen stellen, die sie im innersten beschäftigen.

Es ist kein leichtes Unterfangen, Jugendliche für Christus zu begeistern. Doch selbst, wenn manche von ihnen nie den Schritt in eine persönliche Gottesbeziehung wagen, hat ihnen die kirchliche Jugendarbeit zumindest eine Perspektive für den Sinn des Lebens eröffnet. (Im Übrigen denke ich, daß keine Pastoral viel mehr von sich erwarten kann: Auch wenn immer das Ziel im Hintergrund stehen muß, Menschen für Christus zu gewinnen, kann man nur Wege eröffnen und einladen: Ob und wie weit sich die Menschen ansprechen lassen, liegt nicht mehr in unserer Verantwortung…)
Auch und gerade wenn manche Aktionen oder Stellungnahmen der BDKJ-Verbände sicherlich kritikwürdig sind, darf man nicht vergessen, daß sich hier Menschen engagieren und einen großen Teil ihrer Arbeitskraft und auch Freizeit dafür investieren, im Auftrag der Kirche Jugendliche zu erreichen. (Soviel zu Kritik à la: „Wozu brauchen wir überhaupt die Verbände“ – oder: „Die werden ihrem Auftrag ja eh‘ nicht gerecht„).

BJA und BDKJ im Bistum Speyer: Ein Besuch der „Webergasse 11“ in Speyer (Jugendamt und BDKJ-Zentrale) gab uns Einblick in die vielfältige Arbeit der Verbände und des BJA. Herzlichen Dank für den freundlichen Empfang, Glühwein und Plätzchen, und vor allem für die vielen Infos! Vor allem eines haben wir bei euch gelernt: Wer auf der Suche nach Ideen und Hilfen zur Jugendarbeit ist, findet in der Webergasse 11 kompetente Ansprechpartner, guten Café und eine Fülle an Informationen!!!

Auch im Internet gibt es grundlegende Infos zum BDKJ sowie Adressen der Ansprechpartner und Dekanatsstellen: www.bdkj-speyer.de.

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4 comments

  1. Hallo Carsten, noch nie ist ein Bericht über die Tage mit dem Pastoralkurs veröffentlicht worden, und vor allem noch nie so aktuell und prompt. Danke dafür. Es ist sehr schwer, in dieser Kürze die Inhalte darzustellen. Du hast es gut hingekriegt.
    Eine ANmerkung hätte ich aber doch: Diakonischer Ansatz heißt nicht, dass die Jugendlichen nicht mit Anforderungen konfrontiert werden. Er geht – im Gegensatz zu dem katechetischen Ansatz in Religionspädagogik und Sakramentenkatechese – davon aus, dass diakonischer Dienst schon Verkündigung ist, und Verkündigung nicht erst geschieht, wenn explizit das Wort hinzukommt. Insofern bewegt sich der diakonische Ansatz im „Vorfeld“ der sechs – oder sieben – Evangelisierungsstufen, wie sie in evangelii nuntiandi beschrieben sind (Stufe 1: Lebenszeugnis). Aber das steht alles in der Würzburger Synode drin.
    Am SOnntag habe ich es nicht mehr geschafft, zu der Admissio zu kommen. Hoffe, ihr hattet eine schöne Feier und der Bischof hat euch auf eurem Weg ermutigen können. Allen einen liebe Gruß, ALban

  2. Hallo Alban, danke für dein Kommentar. Klar, daß ich hier nur verkürzt berichten kann. Über Evangelii Nuntiandi haben wir heute gerade gesprochen: Klar, der diakonischer Ansatz ist schon Teil der Verkündigung. Ich denke, es sollte immer Anliegen einer (Jugend)pastoral sein, noch darüber hinaus zu gehen. Daß das nicht leicht ist und auf keinen Fall der Eindruck eines „Zwangs“ für die Jugendlichen entstehen darf, wissen wir alle. Aber du hast Recht: Durch den diakonischen Ansatz ist man auf jeden Fall auf einem guten Weg!
    Grüße, Carsten.

  3. Hallo Carsten, ich denke, es ist Zeit, ein sprachliches Missverständnis zu klären: der Unterschied zwischen „Jugendarbeit“ und „Jugendpastoral“. Auch hier hilft, die Einleitung der Würzburger Synode zu Hilfe zu nehmen, die genau diesen Unterschied macht und begründet, warum der Titel „Ziele und AUfgaben kirchlicher Jugendarbeit“ heißt und nicht „…Jugendpastoral“. Die „Jugendarbeit“ wurde nämlich in der Sachkommission III (Christliche Diakonie“ behandelt. Um „Jugendpastoral“, oder „Jugendseelsorge“, wie es die Synode nennt, umfassend zu behandeln, müssten andere Beschlüsse hinzugezogen werden (vgl. Einleitung 2.3: Pastorale Zielsetzung). Der Synodenbeschluss hat hier eine bewusste Begrenzung auf das Feld der Jugendarbeit im Sinne von Jugendhilfe (wie sie auch das KJHG – Kinder- und Jugendhilfegesetz versteht, nach dem wir alle vom Staat gefördert werden) vorgenommen.
    Du siehst, wir sind mitten in der Fachdiskussion. Aber es tut gut, wenn sich endlich jemand mal dafür interessiert. Liebe Grüße, Alban

  4. Hi Alban,
    die Unterscheidung von Jugendarbeit (im kirchlichen Raum) und Jugendpastoral ist mir tatsächlich neu. Hab ich noch nie gehört. Ich habe das bisher immer mit Jugendpastoral „gleichgesetzt“. Also danke für die Info 🙂

Dein Senf...