Kirchenpolitik & Aufreger

„Warum schreibst Du so selten was über kirchenpolitische Themen?“ – eine Frage, die mir hin und wieder gestellt wird.

Klar, ich hätte da einige Themen, die mir in den Fingern jucken. Es gibt ja ständig neue und alte Aufregerthemen im deutschsprachigen katholischen Internet. Sollte ich schreiben, warum ich die Zelebrationsrichtung mit dem Rücken zum Volk für theologisch schwierig halte? Oder warum ich davon überzeugt bin, dass die Liturgie der Kirche sich durchaus wandeln und den Gläubigen entgegenkommen darf und sollte? Oder erkläre ich in einem Artikel, weshalb ich die neue Vorschrift, dass in den römischen Basiliken ein großes Kreuz auf dem Altar stehen muss, weder nachvollziehen noch gutheißen kann?

Nein, ich lasse es bleiben (für den Moment).
Nicht, weil ich Angst davor habe, in eine Schublade gesteckt zu werden. Das passiert ohnehin. Die Ansage Jesu „urteilt nicht“ wird – gerade in der Kirche, gerade in der katholischen Internetwelt – gerne ignoriert…
Ich lasse es bleiben, weil ich eines gelernt habe: Gegen Ideologien und inbrünstige Polemik haben Argumente keine Chance. Kritik ist nur erwünscht, wenn sie den eigenen Vorstellungen entgegen kommt.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich auf Kommentare zur Kirchenpolitik an dieser Stelle weitestgehend verzichte: Dazu ist dieser Blog nicht da. Das Internet ist groß und voller Seiten und Weblogs, die genau zu diesen Themen ihre Meinung kundtun. Da muss nicht auch noch ich ins allgemeine Gejammer Diskutieren einsteigen.

Statt dessen gibt’s hier weiterhin Bruchstücke, Geschichten & Berichte aus dem Leben eines Pfarrers, der mit Bibel, Stola und Kaffee auf seinem Glaubensweg unterwegs ist. Der mit mehr oder weniger großem Erfolg versucht, Jesus nachzufolgen. Manche Menschen werde ich damit erreichen – andere eben nicht.

Zwei Blogschreiber, die mit ihren Geschichten ermutigen und Freude machen, empfehle ich Euch heute ganz besonders: Pax et bonum & Mit Jesus hinter Klostermauern.

P.S.: Den Impuls zu diesem Post habe ich übrigens von hier. Danke, Ralf.

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