160130_MA_Jungbusch_003In einem Facebookpost hat Bischof Stefan Oster sich kürzlich zum Verhältnis von wissenschaftlicher Theologie und Lehramt geäußert.

Auf seine Gedanken zu dieser Frage gehe ich hier (abgesehen von folgender kurzer Bemerkung) nicht weiter ein: Natürlich muss sich das Lehramt von der wissenschaftlichen Theologie kritisch hinterfragen lassen (Gleiches gilt umgekehrt). Wenn Lehramt und Theologie nicht aufeinander hören würden, hielte ich das für ein Armutszeugnis auf beiden Seiten.

Mich hat vielmehr folgende Aussage zum Nachdenken gebracht:

„Anbetung ist aber im Grunde der einzig angemessene Umgang mit dem Herrn…“

Ist das so? Ist Anbetung wirklich der einzig angemessene Umgang mit dem Herrn?
Irgendwie habe ich da ein flaues Gefühl in der Bauchgegend (und im Oberstübchen). Für mich klingt das etwas zu sehr nach einer Einbahnstrasse. Vielleicht liegt es daran, wie man Anbetung definiert: Wäre sie einzig ein Schauen auf Gott; ein Tun, welches sich in der Blickrichtung von mir auf Gott hin erschöpft – dann wäre mir das viel zu eng. Viel zu wenig.
Anbetung könnte aber auch bedeuten, dass ich den Blick Gottes auf mich hin zulasse und versuche wahrzunehmen: Ich lasse mich von ihm anblicken. Ich schaue mit ihm an meiner Seite auf mein Leben. Lasse ihn mit einer Taschenlampe selbst in die dunkelsten Ecken leuchten, die ich niemandem sonst zeigen würde. Ich erlaube ihm, in mein intimstes Inneres zu schauen und entdecke mit ihm verborgene Schätze und Gaben sowie dunkle Flecke.

Selbst das kommt mir noch zu wenig vor. Es genügt mir nicht. Vielleicht, weil [weiterlesen…]

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Unter die Haut


Ich habe mich gefragt:
Wofür stehe ich?
Was motiviert mich?
Für wen und was trete ich ein?
Was geht mir unter die Haut?

Warum, wozu und für wen setze ich all meine Energie ein: Wenn ich im Büro oder vor einer nicht endenden To-Do-Liste sitze oder in anstrengenden Meetings und Gesprächen? Wenn ich hin und wieder an meine Grenzen komme und den Eindruck habe, gegen Windmühlen zu kämpfen? Wenn ich Abends erschöpft ins Bett falle…

Wer gibt mir Kraft und Zuversicht; füllt meinen Akku auf? Wo sind meine Quellen? Wo meine Wurzeln? In welchen Momenten spüre ich Freude in mir und die Zuversicht, den richtigen Weg gewählt zu haben?

Wofür stehe ich?
Was motiviert mich?
Für wen und was trete ich ein?
Was geht mir unter die Haut?

Diese Fragen werden mich ein Leben lang weiter begleiten. Sie sind gleichzeitig Fragen und Ausrufezeichen.
Sie gehen mir unter die Haut…

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Wieder eine Woche in Taizé. Eine Woche voller Gespräche.

Zwischendurch beim Café. Beim Essen. Beim Schlange stehen. Im Seitenschiff der Kirche bei der Beichte. Auf der eiskalten Kirchentreppe Nachts um halb Zwölf. Beim Sich-zufällig-über-den-Weg-Laufen. Vor dem „Oyak“. …


Wir reden über das Leben, über den Tod und alles, was dazwischen so passiert (und darüber hinaus). Über die Zukunft. Über Träume und Sehnsucht. Über die Liebe. Über Zweifel, Angst und Hoffnung. Über Beziehungen und alles (!) was dazu gehört. Über Gott und seine Kirche. Über Stress, Streit, Versöhnung und Lachen. Über alberne Geschichten, skurrile Erlebnisse und tiefe Momente. Über entscheidende Fragen, anstehende Entscheidungen und all die Möglichkeiten, die das Leben so bietet…


Wir essen, lachen, weinen, putzen Klos und kehren Wege. Wir diskutieren und ringen miteinander. Wir beten gemeinsam und erleben Kirche, wie sie schön ist und sein sollte. Wir feiern Eucharistie – ohne erst zu checken ob alle katholisch sind und die Standards erfüllen. Wir tun’s einfach. Und es tut gut.

Wir leben.
Und Gott?
Ist mittendrin!

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Brasil_2015
Ab Sonntag bin ich für einen Monat zu Gast bei Freunden, mache eine Pause und tanke meine Seele auf. Die Neugierigen unter Euch können sich hier unsere Reiseroute ansehen.

Die Reise führt Annika (Kolpingjugend-Diözesanleiterin) und mich zuerst in den Bundesstaat Tocantins: Wir besuchen die Kolpingsfamilie Riachinho und dürfen dort und in Axixá zwei Kolpinghäuser einweihen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Danach geht’s für ein paar Tage nach Minas Gerais, wo ich meine alten Freunde Paulo, Elsio, Vitoria und Gerson wiedersehen darf. In Rio de Janeiro leben wir bei der Familie Marins und ihren 2 Kindern – unsere Gastfamilie beim Weltjugendtag 2013. Und zum Schluss genießen wir noch ein paar Tage den brasilianischen Winter auf der Ilha Grande: Sommer, Sonne, Strand und Meer 😉 .

Damit ich den Überblick behalte und nach den Ferien wieder gut starten kann, ein kleiner Hinweis für Euch:
Wer mich kennt, weiß, dass [weiterlesen…]

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earthriseIst Euch schon mal aufgefallen, dass das „Reich Gottes“ ein typisches „Start-Up-Unternehmen“ ist?

Gott hat eine ziemlich coole Idee: Ich schaffe einen blau-grünen Planeten, verschenke ihn an Menschen und gebe ihnen den Auftrag, alles miteinander zu „sharen“ und was richtig Cooles draus zu machen. Es gibt nur eine Regel: Bringt Liebe rein!

Damit das Start-Up erfolgreich ist, [weiterlesen…]

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